zur Navigation springen
Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Auch verfügbar in Español

Es ist geschafft. 27 junge Politiker aus 14 Ländern Lateinamerikas haben den ersten #DiploKonradAdenauer2017 absolviert. Unter der Überschrift „Humanismus und Politik in Lateinamerika” und haben sie sich eine Woche lang in Politikfelder wie Umwelt, Sicherheit, Bildung und Gleichberechtigung eingearbeitet, Parteiprogramme entworfen, Wahlkampfstrategien diskutiert und gelernt, wie man, einmal in der Verantwortung, strategisch plant und mithin politische Versprechen nachhaltig einlöst. Im Mittelpunkt dabei stets: der Mensch, der Bürger, die Gemeinschaft.

Die Teilnehmer lernten dabei sowohl von aktiven Politikern Chiles als auch von Politikwissenschaftlern wie dem Argentinier Emilio Graglia, Philosophen wie dem Mexikaner Carlos Castillo oder Soziologen wie dem Uruguayer Ignacio Zuasnabar. Ersterer erklärte die Grundlagen strategischer Planung und auch, was alles klappen oder schief gehen kann, wenn diese durch den Staat erfolgt. Letzterer erforscht aktuell die politische Einstellung und Aktivität von jungen Menschen in ganz Lateinamerika und machte schnell deutlich, warum sich derzeit die politischen Vorzeichen des Kontinents ändern. Junge Menschen wollen ernst genommen werden, ihre Ideen dürfen nicht an starren Hierarchien scheitern. Wer sich engagiert, will wissen wofür und sich vergewissern, dass sich seine Arbeit gelohnt hat: „Die Jugend will Ergebnisse sehen, wenn sie sich politisch engagiert“, sagte Zuasnabar, der Politik und Kommunikation an der Katholischen Universität in Montevideo lehrt und eine Art Superstar der Meinungsforscher in Lateinamerika ist.

Der „Hamburger Wahlbeobachter“ Martin Fuchs erklärte die Nutzung der sozialen Netzwerke am Beispiel der deutschen Politik und betonte, dass die moderne Kommunikation über Facebook & Co. eben keine Einbahnstraße sei: ohne Dialog und Bodenkontakt gelinge sie nicht. Und wie wiederum der Wahlkampf – in der eigenen Partei und bei den Menschen – erfolgreich funktioniere, erklärten die deutschen Abgeordneten Ellen Demuth aus Rheinland-Pfalz und Henryk Wichmann aus Brandenburg, eben jener „Herr Wichmann von der CDU“, den der Regisseur Andreas Dresen in zwei Kinofilmen verewigt hat. Beide Vorträge waren so informationsreich wie unterhaltsam wie interaktiv. Sie zeigten, dass Politik selten läuft wie ein Länderspiel, dass sie Standhaftigkeit braucht, feste Werte und den Willen, den Menschen im Wahlkreis zu dienen. Als Wichmann fragte, wer im Saal sich demnächst für ein politisches Mandat bewerben wolle, gingen nahezu alle Hände in die Höhe. Als er und seine Mainzer Kollegin Ellen Demuth vom politischen Alltag erzählten und erklärten, wie sie sich der Probleme der Menschen annähmen – vom Platzmangel in der Schulmensa bis zur Organisation von Straßenfesten –, blieben erstaunte Gesichter zurück.

In die Politik zu gehen, die Leute zu mobilisieren und ihnen dann als Volksvertreter stets zur Seite zu stehen: Noch immer gehört das nicht zum Selbstverständnis aller Politiker Lateinamerikas. Als die Vorsitzende und Präsidentschaftskandidatin der chilenischen Christdemokraten, Senatorin Carolina Goic, zu den jungen Politikern sprach, rief sie sie genau dazu auf: Bessere, menschlichere und nahbarere Politiker zu sein. Auch sollten sie die Chance nutzen und ein starkes Netzwerk untereinander knüpfen, eines, das über die eigenen Parteigrenzen hinausgehe, und sich – mit Blick auf die deutschen Abgeordneten und die KAS – sogar bis nach Europa erstrecke. Und in der Tat, sobald die Teilnehmer der Jury ihre Abschlussarbeit vorgestellt und ihre Urkunden erhalten hatten, wurden sie in das Netzwerk #SomosLaKas (Wir sind die KAS in Lateinamerika) aufgenommen.

Die Begrüßung der „Neuen“ war euphorisch – im wahrsten Sinne des Wortes und auf allen Kanälen: Ob nun bei Facebook, Instagram, Whatsapp oder Twitter: Überall blinkten neue Meldungen auf. Aber, so erklärte Kristin Wesemann, Leiterin des Regionalprogramms Parteienförderung und Demokratie mit Sitz in Montevideo: „Nach dem Diplomado Konrad Adenauer beginnt die eigentliche Arbeit.“ Denn: Jeder sei stellvertretend für viele andere junge Politiker seinen Landes anwesend, es gelte nun, das gewonnene Wissen weiterzugeben, die politischen Freunde im Netzwerk ehrlich zu begleiten, das Gelernte anzuwenden und einfach gute Politik zu machen, die stets das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Themen

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Herausgeber
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.


zum Anfang springen