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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Konrads Kamingespräche - In Adenauers Wohnzimmer“ begrüßte das Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am Abend des 21. März 2017 hochrangige Vertreter aus den Europäischen Institutionen sowie aus internationalen Organisationen zu einer aktuellen politischen Diskussionsrunde.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Konrads Kamingespräche - In Adenauers Wohnzimmer“ begrüßte das Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am Abend des 21. März 2017 hochrangige Vertreter aus den Europäischen Institutionen sowie aus internationalen Organisationen zu einer aktuellen politischen Diskussionsrunde.

Unter dem Motto „Die Rolle Russlands in einem sich wandelnden Europa“ diskutierten die Leiterin des Auslandsbüros der KAS in Moskau, Claudia Crawford, und Michael Gahler, Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament, gemeinsam mit den Gästen. . Im Laufe der lebhaften Diskussion, die von dem Leiter des Eu-ropabüros der KAS, Dr. Hardy Ostry, moderiert wurde, berichtete Frau Crawford von den Erfahrungen und Eindrücken vor Ort in Russland. Herr Gahler beleuchtete aktuelle Geschehnisse und die Beziehung zwischen der Europäischen Union (EU) und Russland aus der europäischen Perspektive. Schließlich kristallisierte sich als Konsens unter anderem heraus, dass die EU sich an ihren Prinzipien festhaltend weiterhin für die Schlichtung des Konfliktes und den Wiederaufbau der Ostukraine wie auch für die politische und ökonomische Stabilität in ihren anderen östlichen Nachbarstaaten einsetzen sollte. Die Diskussionsteilnehmer waren sich uneinig über die Form und Intensität, die die Beziehungen zwischen der EU und Russland zukünftig annehmen sollten. Auf der einen Seite sei es unerlässlich, dass die EU an ihren Werten festhalte und im internationalen Raum dafür einstehe. Die EU habe in der Vergangenheit im Rahmen der zurückliegenden Politik der großen Räume große Anstrengungen unternommen, um auf Russland zuzugehen und um die Kooperation mit dem Land zu vertiefen. Die EU würde Russland gerne dabei unterstützen, die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Land zu verbessern sowie die russische Wirtschaft zu modernisieren. Der Wille zu derartigen Änderungen und Modernisierungen sei auf russischer Seite aktuell nicht gegeben. Stattdessen kehre sich Russland verstärkt nach innen mit dem primären Ziel, seiner Bevölkerung die Sicherheit einer inneren, insbesondere wirtschaftlichen, Stabilität zu geben. Die ökonomische Krise und existenzielle Not, die auf den Zerfall der Sowjetunion in den 1990iger folgte, wäre der russischen Bevölkerung als eine vermeidliche Folge der Demokratisierung ausgesprochen negativ in Erinnerung geblieben. Vor allem aus diesem Grund würde die Mehrheit der russischen Bürger heutzutage bedeutend mehr Wert auf die Stabilität und das wirtschaftliche Wohl ihres Landes legen als auf ein umfassen-des demokratisches Rechtssystem. Zudem stehe Russland dem Einschreiten der EU in der Ukraine-Krise kritisch gegenüber. Die Union ihrerseits müsse neben der Notwendigkeit eines kritischen Blickes auf das Gebaren Russlands im internationalen Bereich verstärkt vorbehaltslos und ohne eine umfassende Übernahme der eigenen Werte zu erwarten, auf Russland zugehen. Insgesamt sei es auf internationaler Ebene wichtig, mittels aller Kommunikationskanäle mit Russland im Dialog zu bleiben und im Rahmen des europäischen Wertekanons Russland weiterhin die Bereitschaft zur Kooperation zu signalisieren.

Kontakt

AbbildungDr. Hardy Ostry ›
Leiter des Europabüros Brüssel
Tel. +32 2 7430-746
Hardy.Ostry(akas.de


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