zur Navigation springen
Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Veranstaltungsberichte

Integration auf die Schiene gesetzt

Botschafter beraten in der KAS über eine Vertiefung der regionalen Zusammenarbeit in Zentralamerika

12. Juli 2017


Die angekündigte Neuausrichtung der US-Außenpolitik unter der Administration Trump wird international und gerade von den lateinamerikanischen Nachbarn mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Allerdings trägt sie zusehends deutlicher auch zu einem positiven Umdenken und einer Wiederbelebung von regionalen Integrationsprozessen zur verstärkten Zusammenarbeit in Lateinamerika bei.

Die Teilnehmer des Fachgesprächs "Infrastruktur und Integration in Zentralamerika"
Die Teilnehmer des Fachgesprächs "Infrastruktur und Integration in Zentralamerika", erste Reihe von links nach rechts: Dr. Guido Spadafora, Botschafter von Panama, Giancarlo Luconi Coen, Botschafter von Costa Rica, José Francisco Calí Tzay, Botschafter von Guatemala, Florencia Vilanova de von Oehsen, Geschäftsträgerin der Botschaft von El Salvador.

Vor diesem Hintergrund kamen am 11. Juli 2017 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung die Botschafter der Mitgliedsstaaten des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) zusammen. Die Initiative zu dem Treffen war von der Botschaft Panamas ausgegangen, das zum 1. Juli 2017 die halbjährlich rotierende SICA-Präsidentschaft von Costa Rica übernommen hatte. Im Mittelpunkt der Gespräche, die von Experten der Deutschen Bahn, der Bernard Gruppe, des DIHK und des Lateinamerikavereins der Deutschen Wirtschaft sowie vom Team Lateinamerika der KAS begleitet wurden, standen wirtschaftliche Themen, darunter insbesondere der Ausbau der regionalen Infrastruktur und des Eisenbahnnetzes.

Die Experten der Deutschen Bahn und der Bernard Gruppe zeigten in einer Analyse das wirtschaftliche Potential und die notwendigen Investitionen für ein zentralamerikanisches Eisenbahnsystem auf. In der Diskussion wurden zum einen positive Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung und die politische Integration in der Region aber auch die damit verbundenen Herausforderungen analysiert. Zu letzteren zählen u.a. die enormen Investitionskosten, die technischen Herausforderungen in einer stark erdbebengefährdeten Region sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, z.B. bei Landfragen und der Einbeziehung der indigenen Bevölkerung in den Konsultationsprozess. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass der Ausbau des Eisenbahnnetzes und die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene einen immensen Beitrag zur Reduktion des CO²-Ausstoßes und damit zur Erfüllung der nationalen Verpflichtungen im Rahmen des Klimaabkommens von Paris leisten könnten.

In seinem Schlusswort dankte Dr. Guido Spadafora, Botschafter der Republik Panamas in Deutschland, der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Begleitung des Integrationsprozesses in Zentralamerika. Für die KAS hob Lukas Lingenthal, Referent im Team Lateinamerika, die Bedeutung von konkreten infrastrukturellen Maßnahmen, z.B. der Ausbau des Eisenbahnverkehrs, für den gesellschaftlichen und politischen Integrationsprozess hervor. Die KAS wird die Zusammenarbeit mit den zentralamerikanischen Staaten zum Thema regionale Integration fortsetzen, sei es über Gesprächsforen und Projekte vor Ort in ihren zentralamerikanischen Partnerländern oder im Gespräch mit den Botschaften in Berlin.

Kontakt

AbbildungStefan Reith ›
Leiter Team Lateinamerika
Tel. +49 30 26996-3529
Stefan.Reith(akas.de


zum Anfang springen