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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Berlin hat sich das Ziel gesetzt, als Smart City in Europa eine Führungsposition zu übernehmen. Wie die Umsetzung gelingt, welche Hindernisse im Weg stehen und welche Potentiale es noch zu heben gilt, waren die zentralen Fragen, die das Podium im Rahmen der Veranstaltungsreihe „forum digital“ diskutierte.

Dr. Ija Radusch, Anke Odrig, Nicolas Zimmer und Moderator Tobias Wangermann (v.l.n.r.)KAS
Dr. Ija Radusch, Anke Odrig, Nicolas Zimmer und Moderator Tobias Wangermann (v.l.n.r.)

Nicht nur bei der Bewältigung von Anforderungen im Alltag einer Stadt wie der Navigation im öffentlichen Nahverkehr oder dem Finden eines Kitaplatzes können digitale Anwendungen eine Unterstützung bieten. Ein sparsamer Ressourceneinsatz, eine effizientere Verwaltung oder eine bessere politische Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sind ebenso strategische Ziele eines Smart City-Konzeptes.

Für die Umsetzung der Berliner Smart City-Strategie von 2015 ist nicht nur eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe der Berliner Senatsverwaltungen aktiv, sondern auch ein Netzwerk von einhundert Akteuren, das von Berlin Partner und der Technologiestiftung Berlin geführt wird. Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin, sieht neben den vielen Projekten in Adlershof, auf dem EUREF-Campus in Schöneberg oder der Technologiestiftung selbst jedoch die Notwendigkeit einer klaren Verantwortungszuordnung: „Es ist viel probiert worden, aber die großen, sichtbaren Projekte sind noch nicht so erfolgreich, wie wir uns das wünschen würden. Die Frage, wer ist der Kopf der smarten Stadt und wer hält hier politisch sein Gesicht hin, ist bislang nicht klar.“

Für eine wachsende Metropole wie Berlin ist Mobilität ein entscheidender Aspekt. Was intelligente digitale Lösungen bei der Steuerung der Verkehrsströme oder bei der digitalen Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern leisten können, erforscht Dr. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs ASCT am Fraunhofer FOKUS Instituts in Berlin. Hier gilt es, das zeigen Erfahrungen aus dem europaweiten Projekt TEAM, auch Stadtplaner mit einzubinden, um soziale Anforderungen oder ökologische Zielsetzungen abbilden zu können. Dabei wird ein kooperativer Ansatz verfolgt, damit ein ganzheitlicher Blick auf das Thema umgesetzt werden kann. „Grundsätzlich gilt aber: Technologie löst keine Probleme, die Menschen haben. Der Programmierer setzt nur um, was ihm im Lastenheft vorgegeben wird“, so Dr. Radusch.

Dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft eine entscheidende Voraussetzung ist, konnte Anke Odrig, Geschäftsführerin der Little Bird GmbH, aus eigener Erfahrung berichten. Obwohl die in Berlin ansässige Firma für inzwischen über 120 Kommunen eine Anwendung zum Finden eines Kitaplatzes anbietet, kam es bisher zu keiner Zusammenarbeit mit einem Berliner Stadtbezirk. Die Verwaltungen in diesen Kommunen hatten bei dem Thema schon einen strategischen Vorlauf, erklärte Anke Odrig, dagegen hätten die Stadtbezirke in Berlin teilweise ganz unterschiedliche Auffassungen vertreten und ein Gesamtkonzept fehlte.

Die Diskussion machte deutlich, dass bei einer Smart City-Strategie die Metropolenregion Berlin-Brandenburg in den Blick gefasst werden sollte, offene Verwaltungsdaten (open data) für alle Akteure ein wichtige Unterstützung bieten können und eine politische Priorisierung die entscheidende Voraussetzung für ein Gelingen ist.

Kontakt

AbbildungTobias Wangermann ›
Leiter Team Digitalisierung
Tel. +49 30 26996-3380
Tobias.Wangermann(akas.de


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