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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Die Zukunft des Autos wird zurzeit viel diskutiert – welche Perspektiven bieten die Elektromobilität und das autonome Fahren? Welche Rolle wird die Region um Aachen und Düren dabei spielen?

Diese Fragen diskutierte Professor Achim Kampker mit über 330 Gästen in den Räumlichkeiten der Firma Neapco. Kampker hat gemeinsam mit seinem Team das Elektroauto „StreetScooter“ entwickelt, welches zukünftig auch bei Neapco in Düren produziert wird.

„Was bedeutet das Auto für die Zukunft?“
Simone Habig, die Leiterin des Regionalbüros Rheinland, richtete zuerst das Wort an die Gäste. Die große Resonanz zeige, dass das Thema spannend sei und im wahrsten Sinne des Wortes mobilisiere. Angesichts des Dieselskandals auf der einen und den Debatten um Nachhaltigkeit auf der anderen Seite könne dieses Thema nicht aktueller sein.

Leuchtturmprojekte aus der Region
Auch Thomas Rachel MdB begrüßt als Schirmherr der Veranstaltung das Publikum. „Deutschland ist ein Autoland – wird das so bleiben?“, fragte er zu Beginn. Die Mobilität der Zukunft sei elektronisch, vernetzt und automatisiert. Es müsse investiert werden, um den Wandel nachhaltig zu gestalten. Rachel lobte die Vorreiterrolle der Unternehmen in der Region und der RWTH Aachen. Der StreetScooter sei so ein Vorreiter: „Da ist die Idee in der Wissenschaft entstanden, die jetzt zum Markterfolg führt.“ Das Unternehmen sei der in die Zukunft gerichtete Teil des Umbruchs in der Automobilindustrie und zeige, „dass zündende Ideen nicht immer aus dem Silicon Valley stammen müssen.“

Mut, Ideen umzusetzen
Den „Welpenschutz“ habe StreetScooter schon vor etwa zwei Jahren abgelegt, ist sich Prof. Achim Kampker zu Beginn seines Vortrages sicher. Mut habe vor allem dazu beigetragen, dass StreetScooter zu einem Erfolg wurde. Oft würden Ideen nicht umgesetzt, weil die Angst vor dem Scheitern zu groß sei: „Aber wenn es nicht die Wissenschaft ausprobiert, wer dann? Ohne Menschen, die etwas ausprobiert und es nicht geschafft haben, gäbe es Vieles nicht.“ Trotzdem gehöre auch Glück dazu: Bei einer Messe wurde die Deutsche Post auf StreetScooter aufmerksam und glaubte an die Idee.

Kunden einbeziehen
StreetScooter entwickelt sich immer weiter. Die Fahrzeuge werden auf die Bedürfnisse bestimmter Kunden zugeschnitten: „Wir stellen die Frage: Was in dem Fahrzeug hilft dem Kunden bei seinem Prozess?“ Für Bäcker wurde zum Beispiel ein Modell gebaut, aus dem sie bequem die Ware herausrollen können. „Wir müssen alle anfangen, mitzugestalten, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes das macht.“ Dann seien viele Dinge machbar. Auch die Vielfalt des Bildungssystems bereichere den Arbeitsprozess sehr und fördere neue Ideen.

„Wir sind sehr gerne Industriestadt“
Dürens Bürgermeister Paul Larue freut es, dass das seit 50 Jahren ansässige Unternehmen Neapco weiterhin den Standort stärkt. Dr. Martin Esser von Neapco sagt, die hier produzierten Antriebswellen würden bei allen Autos gebraucht, aber: „Nicht betroffen zu sein heißt nicht, dass man nicht aktiv am Wandel beteiligt sein sollte.“
In der folgenden Diskussion geht es zuerst um die fehlenden Geräusche der Elektroautos und die damit einhergehende Gefahr für blinde Menschen und Kinder. Kampker erklärt, dass bereits an Lösungen gearbeitet werde. Weitere Themen, die die Zuschauer interessieren, sind die Nachhaltigkeit der Autos und die Forschung an alternativen Treibstoffen. Kampker sagt, es würde weiterhin an alternativen Treibstoffen geforscht, Elektromobilität habe aber viele Vorteile. Auf die Frage, ob es die StreetScooter auch für Privatpersonen geben soll, verneint Kampker: Die Autos seien auf spezielle Nutzung ausgelegt. Im Anschluss an die Vorträge und die Diskussion nutzen viele der Gäste die Gelegenheit, das Werk von Neapco zu besichtigen und die neue Produktionsstätte für den StreetScooter zu betrachten.

Kontakt

AbbildungSimone Habig
Leiterin Regionalbüro Rheinland
Tel. +49 211 8368056-0
Simone.Habig(akas.de


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