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Veranstaltungsberichte

Suche Frieden durch Dialog

Starke Beteiligung christlicher Kirchenvertreter und Politiker am Empfang auf dem Katholikentag in Münster

Von Saskia Gamradt10. Mai 2018


Der diesjährige Katholikentag steht unter dem Leitwort „Suche Friede“. Während vor dem St.-Paulus-Dom in Münster die Christen sich in Scharen versammelten und den Abend der Begegnung feierten, kamen religions- und fraktionsübergreifend Kirchenvertreter und Politiker sowie rund 400 Gäste zum Empfang in das LWL-Museum für Kunst und Kultur.

Der Empfang wurde in bewährter Tradition und Kooperation zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Hanns-Seidel-Stiftung ausgerichtet. Das Motto „Suche Frieden“ des 101. Katholikentages spiegelte sich auch an dem Abend in Form des Dialogs wider. Es fanden nicht nur angeregte Gesprächen zwischen Vertretern verschiedenster Parteien und auf gesellschaftlicher Ebene zwischen Jung und Alt statt, sondern auch die Präsenz der katholischen, protestantischen, orthodoxen und muslimischen Vertreter verdeutlichte die Suche nach einer gelebten Einheit.

In seiner Begrüßung verwies der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Norbert Lammert, auch auf die Entwicklungen und die Ereignisse der vergangenen Tage. "Die Suche nach Frieden ist die dringendste, aber auch schwierigste Herausforderung der Menschheit", betone Lammert. Diese Suche beschränke sich aber nicht nur auf das bilaterale Verhältnis verschiedener internationaler Länder, sondern betreffe auch den Umgang miteinander in der Gesellschaft. Im Vorfeld des Christentreffens hatte es wegen einer Einladung eines AfD-Vertreters zu einer Podiumsdiskussion Kritik gegeben. Lammert räumte ein, dass diese Frage nicht streitfrei hätte gelöst werden können. Aber von den beiden jeweils schwierigen Entscheidungen, wurde die weniger falsche Entscheidung getroffen, sagte der Vorsitzende. Vor zwei Jahren hatten die Veranstalter des Katholikentags in Leipzig AfD-Politiker auf Podien noch ausgeschlossen.

Europa ist Friedensinstrument

Thomas Sternberg, Altstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), erinnerte in seiner Ansprache an die Pluralität des Glaubensfests. Von den 32 großen Podien sind 21 politisch und elf theologisch profiliert. „Frieden gehört zu den grundguten Wörtern“, sagte Sternberg in seiner Ansprache. Damit die Bedeutung nicht in einer allgemeinen Worthülse verloren gehe, sei eine Profilierung des Themas nötig. „Denn der gesunde, in Freiheit lebende Mensch weiß den Wert des Friedens nicht zu schätzen.“ Er bedauerte die teilweise offen bekundete Geringschätzung der europäischen Staatengemeinschaft in der Debatte. Gerade Europa sei ein „Friedensinstrument“, das bestehen müsse, betonte der ZdK-Präsident. Dabei haben die ostdeutsche Erfahrung in der jüngsten Historie und die Wunden der Nachkriegszeit in Deutschland deutlich gemacht, dass „ein Frieden ohne Gerechtigkeit ein fauler Friede“ sei.

Kommunion für evangelische Partner

Der Katholikentag will bis Sonntag auch gesellschaftliche Debatten abbilden und kirchliche Positionen zu Wort kommen lassen. Sternberg fand klare Worte zur innerkirchlichen Debatte, ob künftig evangelische Ehepartner zur Kommunion zugelassen werden dürften. „Der öffentliche Streit schadet nicht nur der Bischofskonferenz, sondern könnte auch eine Verunsicherung für viele konfessionsübergreifende Paare bedeuten, die das Thema leben“, gab der ZdK-Präsident zu bedenken. Er wertete das Signal des Papstes als Aufforderung zur Umkehr an alle „Schwarz-Weiß-Denker“ und als hoffnungsvolle Botschaft, die all jene bestärken solle, die in den Gemeinden gemischtkonfessionell leben.

Die neue Rolle der Stiftungen

Europa stehe vor großen Herausforderungen, die sich insbesondere im Populismus manifestierten. Für Alois Glück, stellvertretender Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung und ehemaliger Landtagspräsident, ist es an der Zeit für eine geistige Auseinandersetzung und Rückbesinnung auf christliche Werte. Dabei schreibt er den Stiftungen eine besondere Rolle zu. „Sie müssen in diese Auseinandersetzungen hineingehen, die unterschiedlichen Positionen reflektieren und in der Debatte die Diskussionen prägen“, forderte Glück. Gerade in Krisenzeiten müsse sich die Rolle der Stiftungen neu entfalten. Zu dem Christentreffen, das noch bis Sonntag geht, werden mehr als 40.000 Teilnehmer erwartet. Auf dem Programm stehen rund 1.000 Veranstaltungen, darunter duzende Diskussionspodien zu politischen und kirchlichen Themen, an denen unter anderem auch Kanzlerin Angela Merkel teilnehmen wird. Zu den internationalen Gästen gehört Kolumbiens Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos.

Weiteres Programm

Neben dem Empfang am Eröffnungsabend sind Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung während des Katholikentags auf folgenden Veranstaltungen vertreten:

11. Mai 2018, 08.00–09.00h: Gottesdienste | Eucharistiefeier
"... dass wieder Friede wird" (E. Stein), Edith Stein - Ein Leben und Sterben für den Frieden der Welt

Einführung: Dr. Katharina Seifert, Präsidentin der ESGD, Freiburg
Hauptzelebrant: Bischof Dr. Felix Genn, Münster
Konzelebranten: Dr. Tonke Dennebaum, Mainz; P. Dr. Ulrich Dobhan OCD, München
Mitwirkung: Adele Stork, Speyer
Musik: Immanuel Lobpreiswerkstatt, Ravensburg; Hans-Josef Olszewsky, Orgel, Nürnberg
Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland (ESGD) mit Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)

St. Ludgeri, Ludgeristr. 40
Katholikentags-Stadtplan: 29 | F4


11. Mai 2018, 11.00–12.30h: Deutschland in einer veränderten Weltlage
Wie umgehen mit Konfliktherden und aggressiven Regimes?

Prof. Dr. Tilman Brück, Volkswirt und Friedensforscher, Berlin
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Berlin
Peter Kardinal Turkson, Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Vatikanstadt/Vatikan
Moderation: Astrid Prange de Oliveira, Sankt Augustin
Anwältinnen des Publikums: Dr. Karlies Abmeier, Berlin; Lisi Maier, Berlin
Musik: Carolin No, Waldbüttelbrunn

MCC Halle Münsterland, Eingang Forum Nord, EG, Messehalle Mitte,
Albersloher Weg 32
Katholikentags-Stadtplan: 55 | H7


11. Mai 2018, 14.00–15.30h: Theophile Revoluzzer und linke Fromme
Protest und Politisierung in der Kirche als das "andere" 1968?

Mit: Prof. Dr. Birgit Aschmann, Historikerin, Berlin
Prof. Dr. Wilhelm Damberg, Kirchenhistoriker, Bochum
Prof. Dr. Thomas Großbölting, Historiker, Münster
Dr. Julia Paulus, Wissenschaftliche Referentin Referat für Frauen- und Geschlechtergeschichte, Münster
Zeugnisse: Prof. em. Dr. Norbert Mette, Theologe, Münster
Prof. Dr. Bernhard Vogel, Präsident des 82. Katholikentags in Essen 1968, Speyer
Moderation: Viola van Melis, Münster

Vom-Stein-Haus, 2. OG, Aula, Schlossplatz 34
Katholikentags-Stadtplan: 36 | D2


12. Mai 2018, 09.30–10.30h: Biblischer Impuls
1 Petrus 3,8-18 - Aufruf zur Eintracht | N. Lammert

Mehr als ein politischer Blick auf den biblischen Text.
Mit: Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorsitzender der KAS, Berlin
Musik: Voices of Worship, Osnabrück

MCC Halle Münsterland, Eingang Congress Centrum, EG, Weißer Saal,
Albersloher Weg 32
Katholikentags-Stadtplan: 55 | H7


12. Mai 2018, 11.00–12.30h: Synodale Kirche? - Ich bin dabei!
Beteiligung schafft Frieden, auch in der Kirche

Dr. Valentin Dessoy, Theologe und Coach, Mainz
Prof. Dr. Marlis Gielen, Bibelwissenschaftlerin, Salzburg/Österreich
Erzbischof Dr. Stefan Heße, Geistlicher Assistent des ZdK, Hamburg
Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorsitzender der KAS, Berlin
Szenischer Impuls: Christoph Gilsbach, Münster
Moderation: Prof. Dr. Dorothea Sattler, Münster

Fürstenberghaus, 1. OG, F1, Domplatz 20-22,
Katholikentags-Stadtplan: 5 | E3


Kontakt

AbbildungDr. Karlies Abmeier ›
Leiterin des Teams Religions-, Integrations- u. Familienpolitik
Tel. +49 30 26996-3374
Karlies.Abmeier(akas.de


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