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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Es ist viel Bewegung in Europa. In Polen und Deutschland wird - häufig entgegengesetzt - um die nationale Identität gerungen. Kann ein geeintes Europa eine neue Klammer bilden? Darüber diskutierten ein polnischer und ein deutscher Vordenker in Köln miteinander.

Im Excelsior Hotel Ernst im Herzen von Köln, d.h. neben dem Dom, trafen am 14. Mai 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um einer Podiumsdiskussion über deutsche und polnische Identität in Europa beizuwohnen. Eingeladen hatten mit der KAS der Kölner Presseclub (Hildegard Stausberg) und die Deutsch-Polnische Gesellschaft Köln/Bonn (Michael Lingenthal).

Mit Betrachtungen über Satzzeichen begann der Abend: Ruprecht Polenz, langjähriger Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, musste bedauernd bemerken, dass vor zehn, fünfzehn Jahren hinter dem Titel ein Ausrufezeichen gestanden hätte und man heute schon erleichtert sein dürfe, wenn es nicht ein Fragezeichen ist. Und so umkreiste die Diskussion zwischen Polenz und dem zweiten Gast, dem polnischen Historiker Robert Traba, das mühsamer werdende Europathema. Europa, besser: die EU werde dringender gebraucht denn je und sei schwächer als jemals zuvor. Dieser schonungslose Befund von Ruprecht Polenz prägte den Abend. Nach Gründen wurde gesucht und nach Auswegen. Polenz, der Unentwegte, forderte alle Kritiker, Nörgler und Verzagte auf, die Chancen und Notwendigkeiten einer „ever closer union“ zu erkennen, und nicht den Glauben an die Idee der europäischen Einheit wegzuwerfen.

Natürlich kam das Gespräch unweigerlich auf Polen und seine augenblickliche Regierung. Der Historiker Traba konnte nachzeichnen, wie präsent die Geschichte in Polen ist und wie empfindlich das Land darauf reagiert, wenn der Eindruck entsteht, es würden von außen Regelungen aufgezwungen. Polen müsse Zeit gelassen werden, sich als Nation „aufzuarbeiten“, so Traba. Polenz aber verwies auf die Notwendigkeit von gemeinsamen Regelungen und Absprachen.

Das Verständnis füreinander ist gewachsen an diesem Tag. Europa ist nach ruhiger See jetzt in schweres Gewässer geraten und der Glaube der Reisenden schwindet, dass sie auf dem richtigen Dampfer sind. Ruprecht Polenz bewahrt den Überblick und gab Orientierung, Robert Traba weckte Verständnis für die spezifische Situation Polens. Beide setzten sich leidenschaftlich dafür ein, dass das Weimarer Dreieck, also die Zusammenarbeit von Frankreich, Deutschland und Polen, wiederbelebt werden müsse.

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Kontakt

AbbildungDr. Johannes Christian Koecke ›
Koordinator Politische Grundsatzfragen und Transatlantische Beziehungen
Tel. +49 2241 246 4400
Christian.Koecke(akas.de


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