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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

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Am 18. Mai 2018 veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Panafrikanischen Parlament (PAP), dem South African Institute of International Affairs (SAIIA), dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Delegation der Europäischen Union in Südafrika ein Forum zu Afrika-Europa: Herausforderungen und Chancen von Migrationsströmen.

An der Veranstaltung, die im Panafrikanischen Parlament stattfand, nahmen Mitglieder des Panafrikanischen Parlaments, Mitglieder des Europäischen Parlaments und Mitglieder der Zivilgesellschaft teil, darunter Vertreter der Internationalen Organisation für Migration (IOM), des Instituts für Sicherheitsstudien und des südafrikanischen Innenministeriums. Übergeordnetes Ziel des Forums war es, eine Plattform für eine fundierte Debatte über die afrikanisch-europäischen Beziehungen im Kontext dynamischer Migrationstrends zu schaffen. Die Veranstaltung, die nach vorheriger Anmeldung der Öffentlichkeit zugänglich war, wurde von insgesamt einhundertfünfzehn Teilnehmern besucht.

Das Event wurde mit Begrüßungsworten von S.E. Marcus Cornaro (EU-Botschafter für die Republik Südafrika), Herrn Henning Suhr (Leiter des KAS Auslandsbüros Südafrika) und Frau Elizabeth Sidiropoulos (Geschäftsführerin bei SAIIA) eingeleitet. Sie alle wiesen auf die Komplexität der gegenwärtigen Migrationsdynamiken hin und betonten die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen afrikanischen und europäischen Akteuren.

Erstes Panel - Afrikanisch-Europäische Beziehungen im Kontext aktueller Migrationsdynamiken

Nach der offiziellen Eröffnung des Forums folgte die erste Paneldiskussion mit Vorträgen von S.E. Michael Gahler (Vorsitzender der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zum Panafrikanischen Parlament) und Dr. Matlotleng Matlou (UNHCR). Moderiert wurde das Panel von Nickolaus Bauer, Reporter bei eNCA. Das Panel befasste sich mit dem Thema Migrationspolitik und den Beziehungen zwischen Afrika und der EU. Ein zentrales Thema der Diskussion war die Frage, ob Europa und Afrika aus historischen und räumlichen Gründen ein besonderes Verhältnis zueinander haben und ob beide Kontinente ihrer Verantwortung im Umgang mit Migration gerecht werden.

Dr. Matlou stellte außerdem Material zur globalen und regionalen Migrationsdynamik zur Verfügung, wies darauf hin, dass Afrika eine große Zahl von Migranten und Flüchtlingen beherbergt und machte auf das Phänomen "Brain-Drain" aufmerksam. Er gab auch Einblicke in die Thematik „Mixed Migration“ (Migrationsströme, die von unterschiedlichen Motivationen geleitet werden). Mixed Migration, so Dr. Matlou, spiele eine zentrale Rolle in den aktuellen Migrationsdynamiken zwischen den beiden Kontinenten.

Zweites Panel - International einheitlicher Rahmen für Migration

Das zweite Panel bestand aus Frau Alem Makonnen (IOM), Frau Belen Calvaro-Uyarra (Delegation der Europäischen Union in Südafrika) und S.E. Dr. Tapiwa Mashakada (Mitglied des Panafrikanischen Parlaments). Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Migration mit einem international einheitlichen Verfahren gesteuert werden könne. Auf der Grundlage des aktuell diskutierten Ansatzes "Global Compact for Migration" (GCM), einer UN-geführten Initiative, wurde diskutiert, welche Potentiale und Risiken ein globaler migrationspolitischer Rahmen mit sich bringe. Frau Alem Makonnen betonte, dass Instrumente zur Regulierung von Migration noch immer uneinheitlich und fragmentiert seien. Moderiert wurde das Panel von Elizabeth Sidiropoulos von SAIIA.

Drittes Panel - Situation der Zielländer von Migranten

Das dritte Panel der gut besuchten Veranstaltung befasste sich mit der Situation der Zielländer von Migranten. Das Gremium bestand aus Herrn Sihle Mthiyane vom südafrikanischen Innenministerium und S.E. Nadine Morano, Mitglied des Europäischen Parlaments. Ottilia Maunganidze vom Institut für Sicherheitsstudien moderierte das Panel. S.E. Nadine Morano stellte fest, dass die Verantwortung für afrikanische Migranten in erster Linie bei den afrikanischen Herkunftsländern selbst liege. Sie erklärte, dass unkontrollierte irreguläre Migration weder im Interesse der EU noch im Interesse des afrikanischen Kontinents sei. Während Europa weiterhin Chancen für afrikanische Migranten bieten müsse, seien Politiker souveräner Nationalstaaten in erster Linie dafür verantwortlich, das Mandat ihrer Wähler zu erfüllen. Sie erklärte, dass irreguläre Massenmigration in die EU zu einem Rückgang der Akzeptanz in den Aufnahmeländern führen werde, was Fremdenfeindlichkeit und die Stärkung rechter Parteien fördern könnte.

Herr Sihle Mthiyane betonte, dass das Asylsystem Südafrikas von Migranten aus politisch stabilen Herkunftsländern missbraucht werde. Während Südafrika nach wie vor die mit Abstand größte Wirtschaftsmacht der Region sei, sei Ungleichheit und Arbeitslosigkeit innerhalb des Landes extrem hoch. Oftmals, so Herr Sihle, konkurrieren Migranten mit den ärmsten Südafrikanern um wirtschaftliche Ressourcen und Arbeitsplätze.

Viertes Panel - Intraregionale und interkontinentale Migration

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Panel zum Thema intraregionale und interkontinentale Migration. Frau Parshotam von SAIIA machte darauf aufmerksam, dass weder "Migranten", noch die Situationen, die zu Migration führen, klar und eindeutig definiert sind. Darüber hinaus gab sie Einblicke in afrikanische Migrationsdiskurse und stellte fest, dass der Kontinent Migration zwar insgesamt sehr offen gegenüberstehe, Politiker aber häufig Kapital aus den Diskussionen um Migranten schlagen wollen, indem sie Migrationsdiskurse mit Diskursen um die innere Sicherheit ihrer Länder verknüpfen. Abschließend stellte sie fest, dass es deutliche Diskrepanzen zwischen den Migrationsagenden der einzelnen afrikanischen Nationalstaaten einerseits und dem von der Afrikanischen Union erklärten Standpunkt andererseits gäbe.

Nach jedem Panel wurde den Teilnehmern Zeit gegeben, sich mit den Referenten auszutauschen, Fragen zu stellen und die angesprochenen Themen weiter zu vertiefen.

Themen

Kontakt

AbbildungHenning Suhr
Leiter des Auslandsbüros Südafrika
Tel. +27 11 214 29 00
Henning.Suhr(akas.de


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