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Im Rahmen des Besuchs von Kardinal Marx im südlichen Afrika organisierte das Büro des anglikanischen Erzbischofs Thabo Makgoba zusammen mit dem Ökumenischen Forum Südafrika (EFSA) und der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Seminar über Marktwirtschaft, soziale Gerechtigkeit und die Vermittlerrolle, die die Kirche zwischen Wirtschaft, Politik und Menschen spielen muss.

Nachdem Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, an einem fünftägigen deutsch-afrikanischen Bischofstreffen in Madagaskar teilgenommen hatte, folgte ein kurzer Besuch in Südafrika. Einen Schwerpunkt der Reise bildeten Gespräche mit Vertretern der Kirche. Im Zentrum standen dabei die Situation der südafrikanischen Gesellschaft und die Rolle der Kirche innerhalb derselben.

In Kapstadt kam Kardinal Marx auf Einladung des anglikanischen Erzbischofs Dr. Thabo Makgoba mit führenden Vertretern der Kirchen und anderer Glaubensgemeinschaften sowie Nichtregierungsorganisationen und Bergbauunternehmen zusammen, um gemeinsam die sozialen und ökologischen Probleme der Wirtschaft Südafrikas am Beispiel des Bergbausektors zu diskutieren. Unter anderem nahm auch Barend Petersen (Chair of De Beers Mining) an der Diskussion teil.

Kardinal Marx skizzierte anschaulich seine Vorstellung einer gerechten Marktwirtschaft. Der Staat, so der Kardinal, sei in der Verantwortung, wenn es darum gehe, soziale Gerechtigkeit zu schaffen und Auswüchse des Kapitalismus zu unterbinden. Der Markt alleine könne nicht Basis einer gerechten Gesellschaft sein. Vielmehr bedürfe es einer staatlichen Ordnung, in die die Marktwirtschaft effizient eingebettet sei. Im Fokus müsse immer das Gemeinwohl des Menschen stehen, so der junge Kardinal. Um dies zu verwirklichen, bräuchte es einen steten Dialog zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Marx betonte, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht mit materiellem Reichtum einer Gesellschaft gleichzusetzen sei. Während Vertreter der Wirtschaft oft in kurzfristigen Zeiträumen denken und schnellen Profit suchten, sei positiver gesellschaftlicher Wandel nur durch langfristiges und nachhaltiges Denken möglich. Es müssen Wege gefunden werden, dass langfristig alle Seiten gewinnen.

Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete die Rolle, die die Kirche innerhalb des gesellschaftlichen Dialogs einzunehmen hat. Kardinal Marx betonte, dass die Kirchen eine Vermittlerrolle spielen, sie haben die Aufgabe gesellschaftlichen Dialog und Entwicklung anzustoßen und Brücken zu bauen. Der Kirche käme dabei zugute, so Marx, dass sie als „ehrlicher Mittler“ wahrgenommen werde. Sie verfolge kein Eigeninteresse und sei deshalb besonders glaubwürdig.

Barend Petersen, CEO von de Beers, stellte am Beispiel der Bergbauindustrie in Südafrika dar, wie schwierig es ist, alle verschiedenen Interessensgruppen zu berücksichtigen und einzubinden. Die Kirche beschrieb er als wichtigen Mittler, der jedoch wachsam sein müsse, sich nicht von einer der Interessensgruppen vereinnahmen zu lassen.

Erzbischofs Dr. Thabo Makgoba verdeutlichte, dass der Dialog der Kirchenführer und der Führer anderer Religionen mit der Wirtschaft weiter fortgeführt werden müsse. Dazu bedürfe es notwendiger Strukturen. Der Kontakt mit Wirtschaft und Politik müsse auch in Zukunft gesucht werden.

Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass die Kirche auch für Menschen anderer Glaubensrichtungen zugänglich sein müsse. Zudem solle ein inklusiver Ansatz verfolgt werden, vermittelt werden müsse beispielsweise nicht nur zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern; auch Randgruppen müssten in den Dialog einbezogen werden.

Kontakt

AbbildungHenning Suhr
Leiter des Auslandsbüros Südafrika
Tel. +27 11 214 29 00
Henning.Suhr(akas.de


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