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Dommermuth mahnt ambitionierten Ausbau der mobilen Infrastruktur für das Internet der Dinge an

Der Träger des Preises Soziale Marktwirtschaft antwortet auf die Grundsatzrede von Wirtschaftsminister Peter Altmaier

8. Okt. 2018Kommentieren


Mit eindringlichen Worten hat der diesjährige Träger des "Preises Soziale Marktwirtschaft", davor gewarnt, dass Deutschland beim "Internet der Dinge" als nächsten großen Entwicklungssprung schon jetzt den Anschluss zu verpassen droht.

Deutschland bringe hierfür eigentlich gute Voraussetzungen mit, sei es doch bei Mechanik, Maschinenbau und Sensorik sehr gut aufgestellt. „Schon morgen wird jedes Hundehalsband eine Internetverbindung haben“, so Dommermuth. Doch solange es kein landesweit leistungsfähiges Kommunikationsnetz gebe, drohe das Land seinen „industriellen Kern“ aufs Spiel zu setzen. Er warb daher für Investitionen in das neue, zukunftsweisende 5G-Netz. „Wir sind schon spät dran. Noch können wir den Fehler korrigieren.“

Dommermuths Worte haben Gewicht, war er doch bereits in frühen Unternehmerjahren mutiger Visionär. In Zeiten, in denen das Internet in Deutschland fast noch unbekannt war, setzte er auf diese Zukunftstechnologie. Sein Unternehmen, zu dem u.a. der Internetdienstanbieter 1&1 zählt, beschäftigt über 9.000 Mitarbeiter weltweit. Seine Stiftung United Internet for UNICEF brachte dank innovativer Vermarktung bereits über 40 Millionen Euro an Online-Spenden für weltweite UNICEF-Projekte ein. Nicht zuletzt deswegen würdigte die Jury um Hildegard Müller „Deutschlands Mister Internet“ nun mit dem Preis Soziale Marktwirtschaft. In der Jurybegründung heißt es wörtlich: Dommermuth ist ein „vorbildlicher Unternehmer“, der „auf herausragende Weise Innovation und unternehmerischen Mut mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet“.

Grundprinzip der Sozialen Marktwirtschaft: So wenig Staat wie möglich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier überreichte die Glückwünsche der ganzen Bundesregierung inklusive Kanzlerin Merkel, ehe er zu einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede anhob. Er erinnerte ganz im Sinne des Erbes Adenauers und Erhards an die Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft: wenig staatliche Eingriffe, unternehmerisches Risiko und die Bereitschaft zur Selbständigkeit. Hier sehe er zunehmend Defizite. „Das größte Risiko für die Soziale Marktwirtschaft entsteht nicht durch Künstliche Intelligenz oder Quantencomputer, sondern dadurch, dass es keine Menschen mehr gibt, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und alles auf eine Karte setzen, weil sie von sich und ihrer Idee überzeugt sind“, so Altmaier. Junge Menschen müssten wieder stärker zur Selbständigkeit ermuntert werden. Heute jedoch zögerten viele. Die Gründe seien vielschichtig: überbordende Bürokratie oder zu hohe Sozialabgaben zählen dazu.

Altmaier: Staatliche Intervention dort, wo es um das Wohl aller geht

Der Staat müsse immer ganz genau überlegen, wo er den wirtschaftlichen Akteuren Hilfestellung geben kann und muss, so Altmaier weiter. In Bereichen wie dem 3D-Druck sei dies nicht notwendig, da Deutschland Weltmarktführer sei. Bei Internet und KI hingegen sehe auch er wie Dommermuth Defizite. Zu häufig würden von den Früchten deutscher Forschung andere, wie etwa China oder die USA, profitieren. „Doch im Bereich der KI kann es dem Staat nicht egal sein, ob wir als Nummer eins, zehn oder als Nummer 100 durchs Ziel gehen“, so Altmaier. Durch diese bahnbrechende Innovation könnten alte Arbeitsplätze in Europa wegfallen und neue anderswo entstehen. „Das ist dann auch Marktwirtschaft“, aber eine, die zu Veränderungen im Wohlstandsgefüge weltweit führe. Anhängern der reinen Lehre der Sozialen Marktwirtschaft hielt er deswegen entgegen, dass die Politik dem Gemeinwohl verpflichtet sei und immer darauf achten würde, dass Arbeitsplätze der Zukunft auch in Deutschland und Europa entstehen.

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