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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Bericht zum Besuch des Muftis von Ägypten, Prof. Dr. Aly Gomaa, in der Konrad-Adenauer-Stiftung anlässlich des Kolloquiums "Wie demokratisch ist der Islam?" am 19.04.2005 in Berlin.

Während in der Vergangenheit bereits unzählige Politiker aus dem In- und Ausland der Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Fachvorträgen oder anderen Veranstaltungen gefolgt waren, war es das erste Mal, dass ein Mufti einem Fachpublikum Rede und Antwort stand.

Prof. Dr. Aly Gomaa, Mufti von Ägypten, leitete eine Delegation von führenden Islamwissenschaftlern aus Ägypten, die alle in Deutschland studiert hatten und zu aktuellen politischen Fragen sprachen. Thema der Veranstaltung: „Wie demokratisch ist der Islam?“. Der Mufti ist die höchste religiöse Autorität in Ägypten und ist berechtigt, Fatwas zu sprechen, die für Gläubige dann bindend sind.

Angeregt worden war diese Kooperationsveranstaltung von der Botschaft Ägyptens in Berlin, mit der die Konrad-Adenauer-Stiftung schon seit langem sehr erfolgreich zusammenarbeitet.

Geduldig und sehr konkret beantwortete der Mufti die Fragen aus dem Publikum. Fragen nach der Vereinbarkeit eines friedlichen Islambildes mit dem Verhalten des Kalifen von Köln standen ebenso im Mittelpunkt wie Fragen über die Zwangsehen von jungen Frauen. Der Mufti verriet dem Auditorium dann in einer sehr persönlichen Antwort, dass er selber drei Töchter habe und er sich hüte, denen vorzuschreiben, welchen Mann sie denn heiraten sollten.

„Endlich hatte man Gelegenheit, die Fragen zu stellen, die einen in Bezug auf den Islam schon lange bewegen. „Die Antworten des Muftis haben mich überzeugt“, so eine Teilnehmerin nach der Veranstaltung.

Dem Auditorium machte allerdings zu schaffen, dass neben diesen sehr verständlichen und nachvollziehbaren Erklärungen des Muftis auch andere Stimmen aus anderen arabischen Staaten vernehmbar sind, die über aktuelle Probleme wesentlich radikaler urteilen. Immer wieder betonte der Mufti, dass der Islam eine friedliche Religion sei, keineswegs dürfe man radikalen Trittbrettfahrern eine Chance geben. Er richtete seinen Appell sowohl an die gläubigen Moslems, die den friedlichen Charakter der Religion in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen sollten, wie auch an die Nichtmuslime, die sich von Radikalen nicht täuschen lassen dürften. Hier liegt ein gemeinsamer Auftrag für die Zukunft, so der Mufti.

Diese Veranstaltung ist nur eine Aktivität, die die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen des Dialogs mit der islamischen Welt durchführt.

Kontakt

AbbildungDr. Gerhard Wahlers ›
Stellvertretender Generalsekretär und Leiter Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit
Tel. +49 30 26996-3260
Gerhard.Wahlers(akas.de


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