Editorial
von Stephan Eisel
Ausgabe (8/2006) 441
Bei der Neuvermessung des Sozialstaates und für den Aufbau einer solidarischen Leistungsgesellschaft kann die christliche Sozialverkündigung einen enormen Beitrag leisten: Sie birgt das für den weithin angestrebten Mentalitätswandel unentbehrliche positive Leitbild. Mit dieser Orientierungsfunktion, der historischen Entstehung und den gesellschaftlichen Wirkungen christlicher Sozialethik befasst sich die Augustausgabe der POLITISCHEN MEINUNG aus Perspektive der beiden großen Kirchen. Beleuchtet werden die Wirksamkeit des christlichen Menschenbildes für die Soziale Marktwirtschaft ebenso wie die aus dem personalen Fundament abzuleitenden politischen Aufgaben, die das Thema eines eineinhalbjährigen Gesprächsprozesses der Konrad-Adenauer-Stiftung stellten. Namhafte Spezialisten wie Anton Rauscher, Martin Honecker, Wilfried Härle, Rüdiger von Voss und Hermann Kues kommen federführend zu Wort. In der Rubrik „Außenpolitische Ansichten“ werden zum einen die ersten neun Monate der großen Koalition sowie die Suche der Bundeskanzlerin nach der traditionellen Balance im transatlantischen Verhältnis bilanziert. Ein Interview mit dem Europaabgeordneten Bronislaw Geremek thematisiert zum anderen die Notwendigkeit eines neuen Projektes für die in der Wachstumskrise befindlichen Europäischen Union. Zwei weitere Artikel wenden sich der deutsch-deutschen Geschichte zu: „Auftakt zu 1989“ beschreibt demokratische Aktionsprogramme in Polen und der DDR, die das Jahr 1979 als Schlüsseljahr im kommunistischen Erosionsprozess kennzeichnen. Die Rolle des selbsternannten Kampfauftrages der DDR gegen Republikflüchtige im historischen Gedächtnis untersucht der Beitrag „Stacheldraht gegen Landesverrat“. Historische Würdigungen widmen sich Eugen Gerstenmaier, der sich als Bundestagspräsident mit der bisher längsten Amtszeit um die Stärkung des Parlamentes verdient machte, sowie dem Journalisten Heinrich Heine, der im Portrait als „feuilletonistischer Lump“ begegnet.
von Stephan Eisel
Politisches Handeln aus christlicher Verantwortung
von Wilfried Härle
Zur Aktualität der katholischen Soziallehre
von Anton Rauscher
Zur Entstehung evangelischer Sozialethik
von Martin Honecker
Zur Relevanz der christlichen Soziallehre in der Gegenwart
von Hermann Kues
Zum Praxisbezug der katholischen Soziallehre
von Rüdiger von Voss
Ein Gespräch mit dem Europaabgeordneten Bronislaw Geremek
von Helmut L. Müller
Eine Bilanz von neun Monaten Koalitionsarbeit
von Christian Hacke
Von der Entfremdung zur Wiederannäherung
von Alice Neuhäuser
Zur generationenübergreifenden Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen
von Armin Laschet
von Armin Gumny
Demokratische Aktionsprogramme aus Polen und der DDR von 1976
von Manfred Wilke
Über den selbst ernannten Kampfauftrag des DDR-Regimes gegen Flucht und Ausreise
von Karl Wilhelm Fricke
Eugen Gerstenmaier zum 100. Geburtstag
von Günter Buchstab
Heinrich Heine als "feuilletonistischer Lump"
von Günter Müchler
von Wolfgang Bergsdorf
von Friedrich-Wilhelm Schlomann
von Alois Rummel
von Günther Rüther
von Walter Bajohr
Die Politische Meinung präsentiert sich ab 2013 „generalüberholt“ ihren Lesern: Das neue, ästhetisch anspruchvolle Layout bietet ein klares und aufgelockertes Schriftbild, die Themenschwerpunkte werden facettenreicher und von Bildstrecken begleitet. Eine veränderte Erscheinungsweise von sechs Doppelausgaben jährlich mit jetzt 128 Seiten gibt dieser Fortentwicklung einen neuen Rahmen.
Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik.
Dr. Bernd Löhmann
Chefredakteur "Die Politische Meinung"
Tel. +49 30 26996-3603 / -2653 (Augustin)
Bernd.Loehmann[at]kas . de
Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Redakteurin
Tel. +49 2241 246-2522
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de
Herausgeber
Wolfgang Bergsdorf, Hans-Gert Pöttering, Bernhard Vogel
ISSN
0032-3446
Bestellinformationen
Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der neue Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag oder durch den Buchhandel.