Medien ohne Maßstab?
Die Politische Meinung, (6/2002) 391
Die Juniausgabe der Politischen Meinung stellt die Frage nach den Wertmaßstäben bei der Produktion von Medieninhalten, ihrer Nutzung und Verbreitung in den Mittelpunkt des Interesses. Dabei erhält das Problem eines Zusammenhanges von Medien und Gewalt nach den tragischen Ereignissen von Erfurt eine besondere Aufmerksamkeit. Neben den hierauf bezogenen Beiträgen zum Schwerpunkthema bietet die Politische Meinung Analysen der Notwendigkeit einer stärker entwickelten journalistischen Ethik, der schwierigen Balance zwischen Öffentlichkeit und Vertraulichkeit in der Demokratie, sowie der finanziellen Beteiligung politischer Parteien am privaten Rundfunk. Die neuen Medien werden insbesondere auf ihre Auswirkungen auf den Bedeutungswandel von Rationalität und Humanität thematisiert. Die Rubrik "Wahlen" geht sowohl auf das Wahlverhalten der Deutschen in der Vergangenheit bis zu den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ein, wie auf die brisanten Ereignisse in Frankreich im Vorfeld der Wiederwahl Chiracs. Weitere Themen sind der Zustand der Inneren Sicherheit in Deutschland und ihre Darstellung aus rot-grüner Regierungsperspektive und die Entwicklung der von Hobbes ausgehenden Entwicklung der wissenschaftlichen Regierungslehre. Unter der Rubrik "Literatur" stellt die Politische Meinung im Juni einen Essay zum Wertebezug und zur Orientierungskraft der Literatur vor, sowie einen preisgekrönten und ungewöhnlichen Wettbewerbsbeitrag der in Form eines philosophischen Chats das Verhältnis von Subjekt und Medium ironisch diskutiert.
Medien und Gewalt
Durch Abschalten verweigern
Die fortwährende Begegnung mit Gewaltdarstellungen erzeugt nicht nur erhöhte Gewaltbereitschaft, sondern auch eine übermäßige Angst. Ein journalistisches "testing the limits" kann eine Gesellschaft auf Dauer nicht ertragen. Günter Müchler mehr...
Politik und Medien - ein brisantes Mischsystem
Ideologische Instrumentalisierung bedroht Gewaltenteilung
Durch die finanzielle Beteiligung politischer Parteien am privaten Rundfunk ohne Kontrolle gleicher Wettbewerbschancen droht die politische Willensbildung auf eine schiefe Ebene zu gelangen. Zuletzt steht dabei die Gewaltenteilung infrage. Walter Schmitt Glaeser mehr...
Öffentlichkeit und Vertraulichkeit
Zur Dialektik eines demokratischen Lebensgesetzes
Auch ein „bewusst gewolltes Verbergen“ gehört zu den Bausteinen einer freiheitlichdemokratischen Staatsordnung. Deren Transparenz ist nicht mit totaler Öffentlichkeit gleichzusetzen. Otto Depenheuer mehr...
Ethik in der Informationsgesellschaft
Maßstäbe im multimedialen Zeitalter
Unter den Bedingungen von Multimedia ist eine Rückbesinnung auf die ins Journalistische gewendeten Kardinalstugenden dringend gefordert. Wolfgang Bergsdorf mehr...
Rache und Verwandlung
Die Tat von Erfurt
Die Einzigartigkeit der Untat von Erfurt kann aus den gesellschaftlichen Umständen nicht deduziert werden. Der Täter suchte sich nicht in virtuellen Gewaltspielen seinen Feind, sondern in seiner eigenen Vorstellungskraft. Wolfgang Sofsky mehr...
Die Kopernikanische Wende der neuen Medien
Zur Kompensation des Unzulänglichen - Kommunikation und Medienentstehung
In einem globalen Medienverbund werden alle Erfolgschancen für eine gelingende Kommunikation davon abhängen, dass sie sich der elektronischen Medien bedient. Diese Tatsache wird unseren Begriff von Rationalität und die Bedeutung von Humanität radikal verändern. Gerhard Preyer mehr...
BILD wird 50
angemerkt
Bemerkungen zu einem Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Alexander Gruber mehr...
Was entscheidet Wahlen?
Kriterien der Wähler in der Vergangenheit
Künftiges Wahlverhalten ist nicht mit mathematischer Genauigkeit vorhersehbar. Dennoch geben die deutschen Urnengänge der Vergangenheit Hinweise auf zentrale Kriterien der Wähler heute. Klaus Gotto mehr...
Paris ist nicht Weimar
Chiracs Wiederwahl nach dem Schock
Jacques Chiracs überwältigendes Ergebnis bei seiner Wiederwahl verdankt sich dem Schock über den Erfolg Le Pens. Die panikartige Dramatisierung der Situation aber sollte von den Fehlern der Linken ablenken. Christian Müller mehr...
Der Zauberkasten Welt ist lange leer
Wertorientierung in der Gegenwartsliteratur
Als Archäologen verschütteter Werte reflektieren die Schriftsteller die normativen Voraussetzungen der rasanten Entwicklungen der Gegenwart. Michael Braun mehr...
der chat ist das drama, das nie zur aufführung kommt
ein beitrag zum lesen
„...während des Lesens ist unser Kopf doch eigentlich nur der Tummelplatz fremder Gedanken.“ – Ein literarisches „Attachment“ zum Verhältnis von Subjekt und Medium. Christoph Steier mehr...
Wie sicher ist die Innere Sicherheit?
Die Bundesregierung beschönigt die Fakten
Der erste Periodische Sicherheitsbericht des Innen- und Justizministeriums unternimmt angestrengte Versuche, die Fakten im Sinne der Regierung zu interpretieren und durch ungesicherte Vermutungen anzureichern. Reinhard Scholzen mehr...
That Noble Science of Politics
Wissenschaftliche Regierungslehre und Herausforderung der Irrationalität
Die Entwicklung der Regierungslehre ist der Weg der Zähmung und Dienstbarmachung des "Leviathan". Das grundlegende Paradoxon der liberalen Demokratie aber vermag sie nicht gänzlich aufzulösen. Dietmar Herz mehr...
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Rita Anna Tüpper-Fotiadis

Rita Anna Tüpper-Fotiadis
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