10 Jahre deutsche Einheit
Die Politische Meinung, (10/2000) 371
Die Oktoberausgabe der Politischen Meinung widmet sich neben einer Stellungnahme zu den jüngsten rechtsradikalen Attacken und grundsätzlichen Überlegungen zum Begriff Toleranz in ihrem Themenschwerpunkt dem Jubiläum der Deutschen Wiedervereinigung unter innenpolitische und außenpolitischen Aspekten. Letztere beleuchten vor allem die Rolle der Supermächte und des Papstes im gesamten Prozess der Auflösung der Blöcke. Die innenpolitische Betrachtung erfolgt sowohl aus westlicher wie aus östlicher Perspektive. Ein Rückblick auf die Geschichte der Mauer macht den Wert der Einheit als wiedergewonnene Freiheit besonders anschaulich. In Reaktion auf einen Beitrag der August-Ausgabe wird die Bedeutung einer christlichen Grundhaltung für die politische Bewußtseinsbildung in der DDR dargestellt. Ein Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zeigt, daß politische oder moralische Einmischung durch Literaten nur noch eine Ausnahmeerscheinung darstellen. Eine Würdigung Volker Brauns, dem diesjährigen Büchner-Preis-Träger nähert sich diesem Thema zudem durch die Betrachtung eines herausragenden Autors. Gewürdigt wird auch der US-Schriftsteller Thomas Wolfe, der am 3. Oktober 100 Jahre alt geworden wäre. Sein von außen auf Deutschland gerichteter Blick enthält interessante Aspekte für das deutsche Selbstverständnis. Im internationalen Bereich wird in der Oktoberausgabe der Zustand der jungen indonesischen Demokratie focussiert. Zur Kontroverse soll ein Beitrag über die ethischen Grundlagen der Demokratie anregen, der der Nation den Primat vor der Verfassungsstruktur einräumt.
Die Taten zählen
Betroffenheit über Extremismus ist kein Maßstab
Im Kampf gegen den politischen Extremismus reichen Betroffenheitsbekundungen nicht aus. Ruprecht Polenz mehr...
Der Kompass zur Wiedervereinigung
Der Primat der Freiheit wies den Weg zur Einheit
Dem politischen Verständnis von Einheit der Nation lag bei Helmut Kohl nicht der Primat der territorialen Einheit, sondern der Primat der Freiheit zu Grunde. Michael Mertes mehr...
Die Supermächte und die deutsche Einheit
Außenpolitische Bedingungen der Wiedervereinigung
Die außenpolitischen Voraussetzungen für die Wiedervereinigung Deutschlands wurden vor allem durch die klare Haltung der USA im Rüstungswettlauf geschaffen. Zusätzlich führte die Dynamik des Informationszeitalters zu einer Entlarvung der kommunistischen Diktaturen. Dennis L. Bark mehr...
Dynamik durch Vorgaben
Zwei Momentaufnahmen der Wiedervereinigung aus ostdeutscher Sicht
Zwei Momentaufnahmen der Wiedervereinigung aus den Erinnerungen des Regierungssprechers der ersten frei gewählten und letzten DDR-Regierung geben einen Eindruck von dem dichten Wechselspiel innerer und äußerer Kräfte während des Umbruchs. Matthias Gehler mehr...
Der Papst und der Zerfall des Sowjetimperiums
Die Aufhebung der deutschen Teilung begann in Polen
Die welthistorisch bedeutsame Wahl von Johannes Paul II. fiel in eine Situation hinein, in der die marxistische Idee ihren Zenit überschritten hatte. Das Ende der deutschen Teilung begann in Polen. Paul Verbeek mehr...
Macht und Ohnmacht der Todesgrenze
Die innerdeutsche Teilung manifestierte sich in einer der unmenschlichsten Trenn
Die innerdeutsche Teilung manifestierte sich mit dem „antifaschistischen Schutzwall“ in einer der unmenschlichsten Trennungslinien der Welt. mehr...
Begegnungen statt Legenden
Rückblick für die Zukunft – Zehn Jahre deutsche Einheit
Den Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands hat die Konrad-Adenauer-Stiftung mit gezielten Dialogen zwischen ost- und westdeutschen Bürgern begleitet. Das Jubiläum ist vor allem ein Grund zur Freude. Melanie Piepenschneider mehr...
Christliches Handeln im Osten Deutschlands - gestern und heute
Verantwortung ist ganz ohne Transzendenz nicht denkbar
Verantwortung kann im politischen Bewusstsein transzendenter Daseinsbezüge tiefer begriffen werden. Unser Autor knüpft an Wilhelm Ernst (Die Politische Meinung, (8/2000) 369) an und stellt vor dem Hintergrund seiner DRR-Erfahrung die Bedeutung eines existenziell motivierten Mutes heraus. Günter Nooke mehr...
Schreiben im Herzen Europas
Die Wiederkehr des Gleichen – oder: Die Literatur entlässt ihre Kinder
Für kurze Zeit erschienen im Wendejahr 1989 die ostdeutschen Schriftsteller als Stimme des Volkes. Doch in der Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur insgesamt stellt politische oder moralische Einmischung eine Ausnahmeerscheinung dar. Wolf Scheller mehr...
Überall und nirgendwo zu Hause
Volker Braun erhält den Büchner-Preis
Norbert Lammert Volker Braun erhält den Büchner-Preis. Seit Ende der achtziger Jahre etablierte er sich als geistiger Wegbereiter der Wende, ohne jedoch an ihren Erscheinungsformen Gefallen zu finden. Norbert Lammert mehr...
Indonesiens Demokratie – exzentrische Stabilität
Der erste demokratisch gewählte Präsident sieht sich als Vermittler und Friedensstifter
Im bevölkerungsstärksten Muslimstaat haben fundamentalistische Islamisten erheblichen Einfluss. Doch der erste demokratisch gewählte Präsident setzt auf Dialog. mehr...
Eine Seuche des Geistes
Der US-Schriftsteller Thomas Wolfe sah den Zusammenbruch des alten Europa voraus und setzte auf die Verheißung Amerikas
Am 3. Oktober wäre Thomas Wolfe 100 Jahre alt geworden. Seine Reisen und seine Liebe zu Deutschland führten den wortgewaltigen US-Schriftsteller zu entscheidenden Einsichten in die Ursachen des Nationalsozialismus und mögliche Konsequenzen für die „Neue Welt“. mehr...
Über ethische Grundlagen der Demokratie
kontrovers
Die Realität der Nation als Gemeinschaft ist stärker als der allgemeine Gedanke einer demokratischen Verfassungsstruktur. Eine pointierte Position wider den Zeitgeist. Wolfgang Kluxen mehr...
gelesen: Gerhard Wettig: Bereitschaft zur Einheit in Freiheit? Die sowjetische Deutschland-Politik 1945–1955
Eine Rezension der Studie Gerhard Wettig's, in der dieser die sowjetische Politik gegenüber Deutschland im ersten Jahrzehnt nach Kriegsende untersucht. Robert Grünbaum mehr...
gelesen: Heinrich Potthoff: Im Schatten der Mauer. Deutschlandpolitik 1961 bis 1990
Rezension eines politisch gemeinten Buches, das eine zeithistorische Analyse mit bestimmten Absichten und Interpretationen anbietet. Dorothee Wilms mehr...
gelesen: Franz Walter/Tobias Dürr: Die Heimatlosigkeit der Macht
Rezension einer provozierenden, nachdenklich machenden Studie, die sich mit bundesrepublikanischer Nachkriegs- und Parteiengeschichte beschäftigt, Christoph Birnbaum mehr...
gelesen: Wilfriede Otto: Erich Mielke – Biographie. Aufstieg und Fall eines Tschekisten
Rezenzion einer Mielke-Biographie von Wilfriede Otto. Ein wissenschaftlich fundiertes, äußerst materialreiches Werk. Karl Wilhelm Fricke mehr...
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Rita Anna Tüpper-Fotiadis

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