Der Mauerbau im weltpolitischen Kontext

Buchankündigung

Sälter, Gerhard | Wilke, Manfred: Ultima Ratio: Der 13. August 1961. Der Mauerbau, die Blockkonfrontation und die Gesellschaft der DDR. – Sankt Augustin/Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2011.

Kann man ein Ereignis wie den Bau der Berliner Mauer und die zunehmende „Abdichtung” der innerdeutschen Grenze durch das SED-Regime der DDR im August 1961 fünfzig Jahre später als „Weichenstellung in die Zukunft” würdigen?

Die Mauer mit ihren vielen Toten, zahlreichen gescheiterten Fluchtversuchen, Zwangsumsiedlungen und der bitteren Trennung von Familien und Freunden gehört zu den düsteren Kapiteln unserer Geschichte und war Gegenstand nicht nur deutsch-deutscher Auseinandersetzungen, sondern auch der Weltpolitik. Mit ihr verlor die Bevölkerung der DDR weitgehend die Option, den zunehmenden Repressionen und der gesellschaftlichen Umgestaltung durch eine „Abstimmung mit den Füßen” zu entkommen. So gesehen ermöglichte die Mauer der ungeliebten SED, ihre Herrschaft zu konsolidieren. Zu den großen Leistungen der Deutschen gehört deshalb ohne Zweifel, dass es ihnen gelang, diese Grenze 1989 in einer friedlichen Revolution zu Fall zu bringen und 1990 die Einheit Deutschlands zu vollenden. Letztlich kann die Überwindung der Teilung Deutschlands nicht ohne Kenntnis der Umstände, die zum Mauerbau führten, und der Folgen des Grenzregimes verstanden werden. In diesem Sinne handelt es sich auch bei den Ereignissen des 13. August 1961 um eine Weichenstellung, die für die Teilung Deutschlands stand und zugleich zu den Ursachen für den Untergang der DDR zählt.

Der Aufgabe, diese Ambivalenz des Mauerbaus zu beleuchten, haben sich die beiden Autoren des Bandes „Ultima Ratio: Der 13. August 2011. Der Mauerbau, die Blockkonfrontation und die Gesellschaft der DDR”, Gerhard Sälter und Manfred Wilke, gestellt. Sie betten die Entscheidung der sowjetischen Führung und der SED für die Errichtung des Grenzregimes sowie die um Deeskalation bemühte Reaktion der Westmächte in die weltpolitischen Zusammenhänge ein. Den 13. August 1961 beschreiben sie als Ultima Ratio, die zwar den Status quo zementierte und damit der Wiedervereinigung zunächst im Wege stand, zugleich aber ein militärisches Übergreifen der Sowjetunion auf Westeuropa und eine atomare Auseinandersetzung zwischen den Supermächten verhinderte. Die Eindämmung des Konflikts der beiden Blöcke um Berlin war eine der zentralen Voraussetzungen für die folgende Entspannungspolitik und die Schaffung jener außenpolitischen Rahmenbedingungen, die der friedlichen Revolution schließlich zum Erfolg verhalfen.

Buchvorstellung am 14. Juni 2011

Die Publikation wird am 14. Juni 2011 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Veranstaltung und Anmeldung

Die Autoren

Dr. Gerhard Sälter ist Historiker und Leiter des Arbeitsbereichs Forschung und Dokumentation an der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie Kurator der entstehenden Außenausstellung.
Professor Dr. Manfred Wilke ist Soziologe und Zeithistoriker. Er ist einer der Mitbegründer des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin.

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