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Jahresrückblick 2011 - Teil I

Januar bis Juni

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht die Welt 2011 an einem „historischen Wendepunkt“. Dies hat sich in diesem Jahr auch in der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung widergespiegelt. Im internationalen Bereich war das Jahr geprägt durch den arabischen Frühling, die Folgen des Reaktorunglücks in Fukushima und die Euro-Krise. Alleine zu diesen Themenbereichen hat die Stiftung mit ihren über 80 Büros weltweit mehrere hundert Veranstaltungen, Analysen und Hintergrundgespräche angeboten.

Dennoch ist dies nur ein kleiner Teilbereich der Stiftungsarbeit, die sich in diesem Jahr darüberhinaus insbesondere der Sozialen Marktwirtschaft, den Fragen von Integration im nationalen und globalen Sinne sowie der Zukunft der Volksparteien gewidmet hat.

Mit unserem traditionellen Jahresrückblick werfen wir einige Schlaglichter auf das, was die Stiftung in diesem Jahr bewegt und getan hat. Zunächst blicken wir zurück auf die Höhepunkte unserer Arbeit des ersten Halbjahres 2011.

Januar: Umbrüche im Maghreb und im Nahen Osten

In Deutschland ist es gerade mal etwas mehr als 20 Jahre her, dass ein autoritäres Regime mit friedlichen Mitteln überwunden wurde. Die Konrad-Adenauer-Stiftung kann daher mit ihren sieben Auslandsbüros in Nordafrika und dem Nahen Osten schnell auf den „Arabischen Frühling“ reagieren und organisiert in Ägypten Gesprächsrunden mit Mitarbeitern der Stasi-Unterlagenbehörde oder zu Verfassungsänderungen, in Tunesien bietet sie Parteien im Vorfeld der Wahl eine Plattform, um ihre Programme vorzustellen. Einen Überblick über sämtliche Aktivitäten gibt das kas.de-Themenportal „Umbrüche im Maghreb und im Nahen Osten“.

Februar: Bundespräsident Wulff beim KAS-Kongress „Biedermeier oder Bürgertum“

„Das Bürgerliche und der Protest“, so lautet der Titel einer repräsentativen Studie, welche die Konrad-Adenauer-Stiftung im Februar vorstellt. Ergebnis: 80 Prozent der Befragten sehen sich selbst als bürgerlich und 84 Prozent wünschen sich, dass ihre Kinder in einer bürgerlichen Gesellschaft aufwachsen. Gleichzeitig schätzen 63 Prozent der Befragten Proteste gegen Großprojekte als eine gute Gelegenheit ein, Unmut gegenüber der Politik Luft zu machen. Diskutiert werden die Ergebnisse dieser Studie dann beim KAS-Bürgertums-Kongress „Biedermeier oder Bürgertum“, an dem neben Bundespräsident Wulff unter anderem auch Spiegel online-Kolumnist Jan Fleischhauer und der Münchner Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi teilnehmen.

März: Atomunglück in Japan - Internationale Stimmungsbilder

Das Atomunglück von Fukushima am 11. März diesen Jahres ist der zweite als katastrophal eingestufte nukleare Unfall nach Tschernobyl 1986. Ein schweres Erdbeben verursacht in drei Reaktorblöcken Schäden, die letztlich zu einer Kernschmelze führen. Weltweit beratschlagen Politiker und Experten über die Folgen für die nationalen Energiegewinnungsprogramme aus Atomkraft. Deutschland beschließt nach einem bundesweiten Stresstest für Atomkraftwerke den Ausstieg aus der Nuklearenergie. Die Konrad-Adenauer-Stiftung gibt zwei Wochen nach dem Unglück einen Überblick über die politischen Schlussfolgerungen aus Fukushima in über 20 Ländern.

April: Arno Geiger erhält den KAS-Literaturpreis 2011

„Der alte König in seinem Exil“ hat ihm in diesem Jahr einen dauerhaften Platz auf den Bestsellerlisten gesichert, doch auch das vorherige Werk des Österreichers Arno Geiger ist äußerst lesenswert. Es handelt sich um Zeitromane von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz, und mit dieser Begründung gibt die Jury im April auch die Verleihung des KAS-Literaturpreises an Arno Geiger bekannt. Der Preis geht seit 1993 an Autorinnen und Autoren, die „der Freiheit das Wort geben“. Die Preisverleihung erfolgte im September in Weimar.

Mai: Symposium zum Bonn/Berlin-Beschluss vom 20. Juni 1991

Knapp 20 Jahre nach dem Bonn/Berlin-Beschluss, der die Arbeitsteilung zwischen der bisherigen Hauptstadt Bonn und der neuen Hauptstadt Berlin regelte, fand ein KAS-Symposium zu diesem Thema auf dem Bonner Petersberg mehr als 500 Zuhörer. Zeitzeugen wie Eberhard Diepgen oder Wolfgang Clement berichteten über die teilweise sehr hart geführten Verhandlungen, die aber in einem tragbaren Kompromiss für alle Beteiligten mündeten. Zwanzig Jahre später habe dieser Konsensentschluss seine Tragfähigkeit bewiesen, so der Kommentar der Zeitzeugenrunde.

Juni: 8. Berliner MEDIEN Diskurs bilanziert Katastrophenberichterstattung

Ein ganz aktuelles Thema hatte sich der Berliner MEDIEN Diskurs in diesem Jahr zum Gegenstand der Diskussion gemacht: Drei Monate nach dem Atomunglück in Fukushima sprachen Journalisten, Medienpolitiker und Medienwissenschaftler über die Katastrophenberichterstattung in Deutschland. Das Zeugnis fiel gemischt aus - sowohl die journalistische Qualität als auch die Vermittlungskompetenz habe unter Zeitdruck und der Verführung durch die Quote gelitten, so die Experten. Auf der anderen Seite stehe der deutsche Journalismus im internationalen Vergleich aber überdurchschnittlich gut da.

Der zweite Teil des Jahresrückblicks erscheint am 29. Dezember auf www.kas.de.

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