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Heimat und Kultur

Heimat ist nicht nur einfach eine Frage des Ortes, wichtig ist dabei auch eine kulturelle und soziale Dimension, die Verbundenheit zu einer bestimmten Sozialstruktur, zu einer spezifischen Kultur. Das zeigt schon allein das Wort Heimat, ein Charakteristikum der deutschen Sprache, das sich nicht einfach in andere Sprachen übersetzen lässt. Diese kulturellen und sozialen Elemente prägen unsere Sichtweise. Durch unsere Heimat sind wir vorgeprägt und sehen die Dinge in einem gewissen Licht. Diese spiegeln sich auch in Brauchtümern und Riten wieder, beispielsweise dem Weihnachtsfest. Heimat zu haben vereinfacht die Dinge, die Heimat ist ein Ort der Vertrautheit.

Doch wer immer nur auf seine eigene Welt fixiert ist, dem fällt es schwer sich für Neues zu begeistern, es besteht der innige Wunsch die Heimat gegen Fremdes, gegen Wandel zu schützen. Hier offenbart sich die Schwierigkeit zwischen Verbundenheit und Weltoffenheit, der Aufgeschlossenheit gegenüber Veränderungen.

„Jede menschliche Tugend und Tüchtigkeit ist immer nur entwickelt in Bezug auf eine bestimmte Umgebung, in der eine bestimmt geartete, feste sittliche Anschauung herrscht“, wie es der Philosoph Otto Friedrich Bollnow ausdrückte. Wer aus dieser Umwelt herausgeworfen wurde, kann seine Tugenden nicht bewahren. Verliert jemand urplötzlich seine Heimat, verirrt sich derjenige oft in Orientierungslosigkeit. Es ist als würde man in das kalte Wasser geworfen werden, und müsste von einer Sekunde auf die Andere schwimmen lernen. Gibt es dagegen eine langsame, schrittweise Veränderung, kann man lernen mit den neuen Umständen umzugehen und werde stufenweise an das Wasser herangeführt. Auf diese Weise ist es möglich seine Heimat unter veränderten Bedingungen zu bewahren. In diesem Zusammenhang fällt auch der Begriff der „Glokalisierung“ – globales Denken und lokales Wohnen. Man ist offen für Neues, schafft es aber zugleich die Kernelemente seiner Heimat zu bewahren.