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Teilzeit

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In Bezug auf Teilzeitbeschäftigung zeichnet sich ein Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt ab. Unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen hat ihr Anteil an der gesamten Beschäftigung zugenommen. Mit ca. 10 Millionen Arbeitnehmern arbeitet heute rund ein Viertel aller Beschäftigten unter 32 Wochenstunden, wodurch Teilzeitarbeit den größten Anteil an den neuen Beschäftigungsverhältnissen einnimmt. Ein Grund für diesen Wandel auf dem Arbeitsmarkt sind gesellschaftliche Veränderungen.

Der Wandel des traditionellen Familienmodells erhöht die Nachfrage nach flexiblen Arbeitszeitmodellen, um Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Die Aufgabenteilung in den meisten Familien – vor allem in Westdeutschland – ist jedoch weiterhin traditionell geprägt: Die Frau kümmert sich in erster Linie um die Familie und den Haushalt, und der Mann leistet den Hauptbeitrag zur finanziellen Absicherung der Familie. Teilzeitarbeit wird deshalb vor allem von Frauen genutzt, um neben der Familie noch einer Erwerbsarbeit nachzugehen. In den letzten Jahren hat auch der Anteil der Teilzeit arbeitenden Männer deutlich (wenn auch von einem niedrigen Niveau kommend) zugenommen. Sie stellen heute ein Fünftel aller Teilzeitbeschäftigten, nutzten die reduzierte Arbeitszeit jedoch vorwiegend, um sich neben dem Beruf weiterzuqualifizieren. Eine weitere Gruppe, die verstärkt Teilzeitarbeit nachfragt, sind ältere Beschäftigte. Altersteilzeitmodelle ermöglichen ihnen einen langsamen und flexiblen Übergang in die Rente. Für Unternehmen stellt dieser Wandel eine besondere Herausforderung dar, denn die Kosten für Teilzeitarbeitsplätze (Raumbedarf, Aufwand für die Personalabteilung, usw.) liegen oft deutlich höher.

Teilzeitarbeit wird von Arbeitnehmern also aus verschiedenen Gründen nachgefragt und Staat, Unternehmen und Gewerkschaften ermöglichen diese Arbeitszeitwünsche. Rein rechtlich sind sie gegenüber Vollzeitarbeitsverhältnissen gleichgestellt (Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, usw.). Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass es gerade in Bezug auf Weiterbildungsangebote und der Berücksichtigung bei Beförderungen zu einer Benachteiligung kommt. Leider gibt es dazu jedoch noch keine empirische Untersuchungen.