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Bernhard Sälzer – ein leidenschaftlicher Europäer

Porträtfoto | Quelle: ACDP, Bildarchiv
Porträtfoto | Quelle: ACDP, Bildarchiv

Vor 35 Jahren fanden die ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament statt. Das Archiv für Christlich-Demokratische Politik hat jüngst das Findbuch zum Nachlass des langjährigen hessischen Europa-Abgeordneten Bernhard Sälzer fertig gestellt.

Der 1940 geborene Diplom-Ingenieur engagierte sich schon früh in der Jungen Union und in der CDU. Von 1968 an bis zu seinem Tod war Sälzer — von einer kurzen Unterbrechung abgesehen — Stadtverordneter in seiner Heimat Darmstadt, davon acht Jahre Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion. 1970 zog Sälzer in den Hessischen Landtag ein. Als Kulturpolitischer Sprecher der hessischen CDU wurde die Bildungspolitik zum Schwerpunkt seiner parlamentarischen Arbeit. Die bildungs- und kulturpolitischen Konzepte der damaligen CDU-Opposition in der in Hessen besonders heftig geführten Auseinandersetzung mit der Schul- und Hochschulpolitik der SPD bilden einen wichtigen Teil des Archivbestandes.

Nach einem Zwischenspiel als Bürgermeister und Bau- und Schuldezernent in Marburg/Lahn wurde Sälzer 1979 als einer von drei hessischen CDU-Abgeordneten ins Europäische Parlament gewählt. Hier machte er sich in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Energie, Forschung und Technologie (1984-1992) schnell einen Namen: Sälzer erkannte schon früh die Bedeutung von Hochtechnologien für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas und setzte sich konsequent für Technologieförderung, gemeinsame europäische Forschungsprogramme und eine zukunftssichere Energiepolitik ein – auch mit Blick auf den Europäischen Binnenmarkt. 1992 wählten ihn die EVP-Kollegen zu ihrem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Für die europäische Sache war Sälzer auch als Vorsitzender des Bundesfachausschusses Europapolitik der CDU sowie als Vorsitzender des Außen- und Europapolitischen Ausschusses der CDU Hessen aktiv. 1993 starb der leidenschaftliche Europäer mit nur 53 Jahren bei einem Autounfall nahe Wiesbaden.

Der abschließend bearbeitete Archivbestand Bernhard Sälzer, der wichtige Aspekte der Bildungs- und Forschungspolitik auf Landes- und Europa-Ebene beleuchtet, steht jetzt der wissenschaftlichen Forschung offen.

Literatur:

  • Bernhard Sälzer: Europas Mehr-Wert. Chance für die Zukunft: Gemeinsame Technologiepolitik. Bonn 1986.

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