Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Deutscher Lokaljournalistenpreis

Stuttgarter Zeitung für die Serie „Liebe zu Zeiten des Krieges“

2. Preis

Idee:

Die Geschichte ist ein Zufallsfund: eine Mitarbeiterin des Hauses der Geschichte erzählte von Feldpostbriefen, die ein Stuttgarter Soldat währen des Ersten Weltkriegs seiner Frau in die Heimat schrieb. StZ-Reporter Erik Raidt wollte die 100 Jahre alte Geschichte wieder zum Leben erwecken und gleichzeitig herausfinden, wie der Alltag in Stuttgart für seine Frau war.

Umsetzung:

Aus dem Konvolut wurden rund 50 Feldpostbriefe des Soldaten Adolf Mann ausgewählt, die über zwei Monate hinweg täglich in der Zeitung erschienen. Zu jedem Datum des Briefs recherchierte Raidt, was damals in der Heimat geschah. Außerdem reiste er an die Orte in Flandern und an der Somme, an denen der Soldat seinerzeit im Einsatz war, und forschte dort nach Spuren. Ein weitere Glücksfall: zum Zeitpunkt der Recherche lebte noch die Tochter des Protagonisten, die von ihrem Vater erzählte.

Besonderheiten:

Neben der Berichterstattung gab es eine Leserveranstaltung in Kooperation mit dem Haus der Geschichte in Stuttgart. Die Resonanz auf die Serie war groß: Ein Theater brachte die Geschichte in eine Inszenierung mit ein, eine Bildungseinrichtung veranstaltete eine szenische Lesung der Briefe. Darüber hinaus produzierte Raidt für die StZ ein Hörbuch zu der Serie.

Jury:

Mit Feldpostbriefen schreibt sich ein Soldat das Grauen des 1. Weltkriegs von der Seele. Die Redaktion nutzt die Vorlage der Briefe. Sie zeichnet ein Bild vom Krieg, dokumentiert den Kriegsalltag in der Heimat: eine Geschichtslektion, die unter die Haut geht.

Extra-Tipp vom Preisträger:

Man sollte auf das Bauchgefühl hören, wenn es einem sagt, dass man eine besondere Geschichte gefunden hat, und sich vom Stoff begeistern lassen. Was man nicht tun sollte: Diese besondere Geschichte mit jener Routine erzählen, die sich im Laufe eines Berufslebens einschleicht.

Web:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/thema/Liebe_Daisy