Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Deutscher Lokaljournalistenpreis

Weser-Kurier für das Projekt „Hinrichs im Hochhaus“

Kategorie Alltag

Idee:

Sie kam bei einem Reportage-Besuch im denkmalgeschützten Aalto-Hochhaus. Die Bewohner kommen aus allen sozialen Schichten. Dadurch bietet sich hier mehr als der eindimensionale und etwas abgenutzte Blick auf einen „sozialen Brennpunkt“. Vielmehr geht es hinein ins pralle, wahre Leben.

Umsetzung:

Der Reporter richtet sich für einen Monat in einem Hochhaus ein. In 30 Tagen entstehen 60 Texte für die Zeitung, im Netz ist das Projekt mit einem Blog, Videos und Fotostrecken präsent. Er bereitet nichts vor, will erst einmal nur Mieter sein, der einzieht und schaut, was passiert. Nach ein paar Tagen war dann klar und sollte es auch sein, dass der Mann einer von der Zeitung ist, dem man getrost etwas erzählen darf. Der Reporter musste nicht von Tür zu Tür gehen, sondern wurde eingeladen.

Besonderheiten:

Die Einsamkeit des Reporters hoch über der Stadt. Es gab zwar die vielen Kontakte im Haus und im Stadtteil. Produziert hat Hinrichs aber allein in seiner kleinen Wohnung. Das alte soziale Umfeld, die Kollegen in der Redaktion, waren nur noch sporadisch da.

Jury:

Der Reporter fängt ein, was in Zeitungen oft zu kurz kommt, den ganz normalen Alltag, und er bringt Menschen ins Gespräch, die nicht im Rampenlicht stehen. Er schaut hinter die Fassaden von Gebäude und Menschen, und er tut dies aus sehr persönlicher Sicht. Voller journalistischer Neugier beweist er, dass die spannendsten Geschichten gleich nebenan zu finden sind.

Extra-Tipp vom Preisträger:

Sich immer wieder neu überraschen lassen, auf Augenhöhe reden, ohne sich ranzuschmeißen, denn das merken die Menschen und schotten sich ab. Niemanden ausbeuten oder verrraten, gerade bei so einem Projekt nicht. Und: zeigen, dass die Zeitung ein Gesicht hat. Hier bin ich, erzählt mir was!

Web

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-kultur-freizeit/hochhaus.html