Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Rechtsextremismus

Editorial

Mit diesem Internetportal möchten wir jungen Menschen Informationen über den Rechtsextremismus zukommen lassen und Antworten auf seine Parolen anbieten. Daher sind die meisten Themen auf zentrale Inhalte konzentriert und – so hoffen wir - allgemein verständlich formuliert. Auch bei der Erklärung schwieriger Sachverhalte stehen die Verständlichkeit des Textes und die Nachvollziehbarkeit für Jugendliche im Vordergrund.

Wir erheben dabei nicht den Anspruch, umfassend alle Facetten des Phänomens Rechtsextremismus zu beleuchten. Das Portal wird jedoch laufend erweitert, vervollständigt und aktualisiert. Es soll in erster Linie zur Auseinandersetzung mit der Thematik anregen und es Interessierten ermöglichen, sich über wesentliche Themenfelder einen fundierten Überblick zu verschaffen.

Zum Hintergrund dieser Homepage

Insbesondere seit der 2011 bekannt gewordenen Mordserie des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wird Rechtsextremismus wieder verstärkt in der Öffentlichkeit thematisiert. Im Jahr 2015 stieg die Anzahl von Anschlägen mit fremdenfeindlichem Hintergrund auf Flüchtlingsunterkünfte drastisch. Diese Beispiele zeigen: Das aktive Einstehen gegen Rechtsextremismus und für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung bleibt ein aktuelles, wichtiges Thema, bei dem jeder gefordert ist.

Unser Portal soll das vielfach schon ausgezeichnete Informationsangebot gegen Rechtsextremismus im Internet ergänzen. Denn Engagement gegen jede Form von Extremismus, für Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit ist die Aufgabe aller demokratischen Kräfte. Ein Blick auf die Geschichte unseres Landes zeigt: Es gibt keinen Grund, Rechts- und Linksextremismus gegeneinander „aufzurechnen“. Vielmehr geht es darum, unsere Demokratie „wetterfest“ gegen jegliche Form von Extremismus zu machen.

Demokratie ist nicht selbstverständlich: Für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte muss immer wieder aktiv etwas getan werden. Wer vor 1945 in Deutschland geboren wurde, war Zeuge der NS-Diktatur, unter der unvorstellbare Menschheitsverbrechen unter anderem aus rassistischen Gründen begangen wurden und die Millionen von Menschen Elend, Krieg und Tod brachte.

Wer nach Ende des Zweiten Weltkrieges im östlichen Teil Deutschlands, der späteren DDR, gelebt hat, musste mit Unterdrückung der Meinungs- und Reisefreiheit, staatlicher Überwachung, Repression, Gängelung, miserabler Versorgung und katastrophalen Umweltschäden zurecht kommen. Erst die friedliche Revolution von 1989/90, die am 3. Oktober 1990 in die Wiedervereinigung Deutschlands mündete, brachte allen Deutschen Freiheit und Demokratie. Doch diese Demokratie ist keineswegs selbstverständlich.

Demokratie ist ein kostbares Gut, das sich jede Generation neu erarbeiten muss. Freiheit, Demokratie und Wohlstand haben auch Feinde. Denn die ewig Gestrigen sind nicht mit dem Ende ihrer Diktaturen verschwunden. Sie gibt es in jeder Gesellschaft. Rechts- und Linksextremisten kann nur mit demokratischem Selbstbewusstsein und Engagement von uns allen begegnet werden.

Demokratie ist diejenige Ordnung, die ihren Anhängern die größte Freiheit für politische Veränderungen lässt. Das schließt selbst radikale Veränderungswünsche ein – es ist ein Wesenszug der Demokratie, dass sie von Kritik und der steten Optimierung ihrer zweifellos vorhandenen, aber verbesserbaren Mängel lebt. Um Utopien kann man streiten, Extremismus muss man bestreiten.

Demokratie braucht Engagement. Wer sich hingegen politisch gar nicht interessiert, nimmt in Kauf, eines Tages von Personen regiert zu werden, denen Freiheit und Demokratie nichts bedeutet. Deshalb ist es notwendig, sich der zentralen Werte der Demokratie und des Wertes der Demokratie selbst bewusst zu sein. Kompetenz in demokratischen Grundwerten stärkt auch die Kompetenz gegen Extremismus und trägt zur Auseinandersetzung mit den Ideen der Feinde der Freiheit bei.