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Rechts-Rock und Skin-Magazine 1993

Kommentar

(Bild: Sabine Widmaier)
(Bild: Sabine Widmaier)

Die Fremdenfeindlichkeit nahm unmittelbar nach dem Fall der Mauer eine neue, in der deutschen Nachkriegsgeschichte bis dahin ungekannte Dimension an: In Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen wurden Brandanschläge verübt, bei denen mehrere Menschen starben. Am 5. Februar 1993 wandte sich der Generalsekretär der CDU, Peter Hintze, in einem Schreiben (>> PDF-Download) an seine Partei und die Öffentlichkeit, in dem er den Aufstieg einer neuen Subkultur thematisierte: Rechts-Rock und Skin-Magazine. Der Terror der Straße wurde mit Hilfe gewaltverherrlichender und rassistischer Texte weiter forciert. Die Nähe der Texte zur menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus war unverkennbar. Eine Textzeile lautete: „One day the world will know that Adolf Hitler was right.“ Über Musik und Magazine fand das rechtsextreme Gedankengut leicht Anklang bei Jugendlichen. Der Einstieg in diese Szene erfolgte verstärkt über die musikalische Identifikation. Die Dokumentation ging auf diese neue Subkultur ein. Sie verstand sich als Beitrag zum Jugendschutz. In ihr heißt es, Skin-Rock und -Magazine transportierten politische Feindbilder. Sie seien durchzogen von wesentlichen Elementen des Nationalsozialismus wie Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. Und weiter: „Hauptthema ist die Verteidigung der nordisch-arischen Rasse gegen Ausländer, Asylanten, Juden, Farbige und alles sog. Undeutsche. Diese Einstellung wird sowohl von den Texten der Skin-Songs als auch von den Szene-Magazinen belegt.“ Die Fanzines werden von Skins für Skins gemacht. Aus kommerziellen Gründen seien sie bemüht, „mit ihren Produkten die Meinung der Mehrheit zu treffen, um ihre Magazine verkaufen zu können. Damit läßt sich ziemlich zuverlässig der Einfluß und die Bedeutung der rechtsextremistischen Strömung einschätzen.“

Jürgen Nielsen-Sikora

Quelle: Bibliothek der KAS, St. Augustin, MF 2218 REC.