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Wasser und Energie: Gemeinsam für mehr Sicherheit

Lage.Bericht//Naher Osten//EcoPeace

Im Nahen Osten sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute Lebenswirklichkeit. Die Region zählt zu den wasserärmsten Gegenden der Welt, die durchschnittliche Temperatur steigt schneller an als andernorts und es wird auch in den kommenden Jahren mit einem massiven Rückgang des Niederschlags gerechnet. Zu den Konflikten und Auseinandersetzungen – vom israelisch-palästinensischen Konflikt, über Syrien und Irak bis zu den Rivalitäten am Golf – gesellen sich so der Zugang zu und die Nutzung von natürlichen Ressourcen als zusätzliche Krisenverstärker in die Region: Wasser ist hier so wichtig wie Landbesitz und so kostbar wie der Zugang zu Öl.

Die Relevanz nachhaltiger Ressourcensicherheit im Nahen Osten greift die Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem trilateralen Projekt in Israel, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien auf. Unser Partner ist EcoPeace MiddleEast. Die Nichtregierungsorganisation ist die einzige grenzüberschreitende Organisation in diesem Themenfeld, in der sich gleichberechtigt Israelis, Palästinenser und Jordanier begegnen, um gemeinsame Strategien für nachhaltige Ressourcensicherheit zu entwickeln und für regionale Kooperation bei der Energie- und Wasserversorgung zu werben. Das Thema hat in der Region jedoch nicht nur umweltpolitische Relevanz, sondern impliziert eine sicherheitspolitische Dimension. Nicht zuletzt ist die Frage nach einer gerechten Wasserversorgung Gegenstand vergangener und zukünftiger Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern.

Um positive wechselseitige Abhängigkeiten im Wasser- und Energiebereich zu erzeugen, steht eine Machbarkeitsstudie im Mittelpunkt der Kooperation zwischen EcoPeace Middle East und dem KAS-Auslandsbüro Ramallah. Die Studie berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Herausforderungen der Länder: seit 2005 steht der Gazastreifen, wo derzeit über zwei Millionen Menschen leben, unter einer Blockade. Der einzige Grundwasserspeicher für Gaza ist zu 95 Prozent kontaminiert; die Vereinten Nationen rechnen vor, dass das Gebiet 2020 nicht mehr bewohnbar sein könnte (siehe UN-Studie). Die Palästinenser im Westjordanland haben eingeschränkte Wasserzugangsrechte, während Jordanien zusätzlich aufgrund der syrischen Flüchtlingskrise herausgefordert ist. In einer ohnehin ariden Region wie dem Vorderen Orient, verschärft sich so das Problem der Wasserknappheit für Palästinenser und Jordanier noch zusätzlich. Israel indes hat sich in den vergangenen Jahren durch Fortschritte bei der Meerwasserentsalzung zu einem Exporteur von Trinkwasser entwickelt.

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Hier setzt die gemeinsame Vision des Projekts an: Gaza und Israel entsalzen Meerwasser, während Jordanien Solarstrom und das Westjordanland Windenergie erzeugen. Durch den wechselseitigen Austausch lebenswichtiger Ressourcen sollen konstruktive Interdependenzen entstehen. Durch eine Wasser- und Energiekooperation besteht die Aussicht auf nachhaltige Entwicklung eine Atmosphäre der Entspannung und Annäherung - denn wenn es uns gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern und Experten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingt, in einem sehr konkreten Politikfeld eine Verständigung herbeizuführen, dann kann das auch vertrauensbildend und somit positiv auf eine regionale Friedensordnung einwirken.

Mit der verabschiedeten Resolution 2334 im Weltsicherheitsrat und der Friedenskonferenz von Paris ist der israelisch-palästinensische Konflikt zurück in den Fokus der internationalen Staatengemeinschaft gerückt. Während in New York und der französischen Hauptstadt ohne Israel und die Palästinenser entschieden wurde, einigten sich die Konfliktparteien zeitgleich auf ein neues Wasserabkommen. Die internationale Aufmerksamkeit und der erfolgreiche Abschluss in dem sensiblen Ressourcenbereich zeigen: Bewegung in dem festgefahrenen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist möglich.

Ressourcensicherheit durch Kooperation: Mehr Stabilität im Nahen Osten

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