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Transatlantischer Erfahrungsaustausch

Nico Lange im kas.de-Interview zum ersten Treffen zwischen Angela Merkel und Donald Trump

13. März 2017

In seiner noch kurzen Amtszeit wirbelte US-Präsident Donald Trump die internationale Politik gehörig durcheinander. Dabei griff er auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Politik scharf an. 2015 nannte er sie allerdings noch "die vermutlich größte Anführerin der Welt". Am Dienstag nun treffen Merkel und Trump zum ersten Mal persönlich aufeinander. Die Spannung vor dem Treffen ist groß, sagt Nico Lange im Telefoninterview mit kas.de. Er leitet das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington.

Digitalisierung, Umgang mit Russland und China, Welthandel: Das sind die Themen auf der Gesprächsagenda von Angela Merkel und Donald Trump. Deswegen sei es nicht entscheidend, was die beiden persönlich voneinander halten, findet Lange.

Die Amtszeit Trumps ist innenpolitisch geprägt – und das wird auch in den Gesprächen eine Rolle spielen, denn „deutsche Unternehmen sind Teil des amerikanischen Erfolgs“, sagt Lange. Die US-Amerikaner interessieren sich für deutsche Erfolge wie lebenslanges Lernen, die Um- und Weiterqualifizierung von Arbeitskräften – oder auch die Berufsausbildung, ein Thema das Merkel und Trump besprechen werden. Schließlich stünde auch in den USA der Strukturwandel durch die Digitalisierung noch bevor, so Lange.

Die US-Administration ist zudem an den Erfahrungen der Kanzlerin im Umgang mit Russlands Präsident Wladimir Putin interessiert – schließlich spreche sie seit Jahren mit ihm. Weiteres Gesprächsthema wird auch China sein, weiß Lange. Ein gesunder Wettbewerb zwischen Europa und den Vereinigten Staaten könne beide Wirtschaftsstandorte befördern: „Wenn man da den Handel so organisiert, dass wir uns gegenseitig stärken, dann kann man im globalen Wettbewerb gegen China bestehen.“

Trump steht zwar innenpolitisch unter Beschuss, aber Lange sieht beim neuen Präsidenten und seiner Regierung eine „Tendenz zur Professionalisierung“ sowie eine erhöhte Gesprächsbereitschaft mit den Republikanern im Kongress: „Donald Trump sitzt fest im Sattel, er ist eine politische Realität. Umso wichtiger ist es, dass das vereinte Europa jetzt gemeinsame Interessen gegenüber den Vereinigten Staaten klarmacht.“

Das Interview führte Stefan Stahlberg von der Online-Redaktion.

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Im kas.de-Interview spricht Nico Lange, Leiter des Washingtoner Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung über die Themen des ersten persönlichen Gesprächs zwischen Angela Merkel und Donald Trump.

Kontakt

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Leiter des Auslandsbüros Washington
Nico Lange
Tel. +1 202 464 5840
Nico.Lange(akas.de