Über die Europäische und Internationale Zusammenarbeit

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) setzt sich weltweit für die Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die Durchsetzung sozialer und marktwirtschaftlicher Strukturen sowie die Verwirklichung der Menschenrechte ein. Durch Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften unterstützt sie die Entwicklung von politischen Parteien, gesellschaftlichen Gruppen sowie freien und unabhängigen Medien. Mit einer Vielzahl von Beratungs- und Dialogprogrammen fördert sie den Aufbau und Ausbau von dezentralen, kommunalen und regionalen Verwaltungsstrukturen.

Mit ihren über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerken zu den politischen und gesellschaftlichen Eliten in über 100 Einsatzländern sowie den langjährigen Verbindungen zu Partnerorganisationen wirkt sie nachhaltig an der weltweiten Politikgestaltung mit. Sie ergänzt die Außenpolitik der Bundesregierung und die staatliche Entwicklungszusammenarbeit und trägt dadurch weltweit zur Festigung von Sicherheit und Frieden bei.

Die europäische und internationale Zusammenarbeit der KAS ging aus dem im Jahr 1962 gegründeten "Institut für internationale Solidarität" hervor. Aus christlicher Verantwortung heraus setzt sich die Stiftung seitdem durch politische Bildung für die Verbesserung der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Lebensgrundlagen ein. Die KAS geht von der Überzeugung aus, dass Demokratieförderung ein zentrales Element zur dauerhaften Beilegung gewaltsamer Konflikte und für wirtschaftliche Entwicklung ist. Erfahrungsgemäß sind demokratisch verfasste Gesellschaften eher in der Lage, Entwicklungsprobleme zu erkennen, Lösungsstrategien zu entwickeln und politisch umzusetzen.

Heute ist die KAS in über 100 Ländern mit rund 80 Büros vertreten. Mit über 200 Projekten unterstützt sie den Aufbau und die Konsolidierung demokratischer und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Durch zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen stellt die KAS ihre christlich orientierten Wertvorstellungen und Konzepte vor und stärkt auf diese Weise auch die Rolle Deutschlands und Europas in der Welt.

Angesichts neuer, übergreifender Herausforderungen in einer globalisierten Welt erweitert die KAS ihre bislang auf klassischen Länderprogrammen basierende regionale Kompetenz um eine inhaltlich-sektorale Kompetenz: Durch überregionale Rechtsstaats- und Medienprogramme sowie durch das von der Zentrale in Berlin koordinierte Sektorprogramm "Globale Ordnungspolitik" werden Themen wie Energie- und Ressourcensicherheit oder der Werte- und Religionsdialog sowie globale Risiken wir Terrorismus oder Klimawandel als Querschnittsthemen aufgegriffen.

Die KAS hat die Europäische Einigung von Anfang an unterstützt. Die Büros in Brüssel und Washington verfolgen in erster Linie das Ziel, den politischen Dialog mit den europäischen und US-amerikanischen Institutionen zu stärken, die europäische Einigung fortzuführen und die transatlantische Partnerschaft zu stärken.

In den zehn Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, die in den vergangenen Jahren in die EU aufgenommen worden sind, hat die Stiftung durch politische Beratung und Bildungsarbeit geholfen, die Hürden auf dem Weg zum EU-Beitritt zu meistern. Die Transformationsprozesse in unseren Partnerländern werden auch künftig begleitet, um die politische und wirtschaftliche Integration in die EU weiter zu unterstützen.

Durch das Büro in Moskau steht die KAS in permanentem Dialog mit den politischen und intellektuellen Eliten Russlands sowie mit der russisch-orthodoxen Kirche. Die Bemühungen, in der Ukraine demokratische, rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Strukturen aufzubauen, erfuhren durch die "Orange Revolution" einen kraftvollen Schub.

In China und Indien stehen Fragen der Fortentwicklung des Rechtsstaats, der guten Regierungsführung und der Armutsbekämpfung im Mittelpunkt. Zunehmend werden diese beiden Mächte auch zu Dialogpartnern in Fragen der Weltwirtschaftsordnung oder der globalen Sicherheit. In Zentral- und Südostasien unterhält die KAS Programme zum Aufbau und zur Konsolidierung von Demokratie und Zivilgesellschaft, zur Konfliktprävention und zum interreligiösen Dialog.

In Lateinamerika bestimmen zwei Hauptprobleme die Situation: zum einen die immer noch erheblichen Anteile der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben, zum anderen die Schwäche der politischen Institutionen. Beides zusammengenommen stellt die Demokratie in vielen Ländern zunehmend in Frage und ermöglicht eine neuerliche Ausbreitung des Populismus. Von daher haben Programme zur Stärkung der Institutionen, Förderung von politischen Nachwuchskräften, des Wertedialogs, der Rolle der Medien und des Rechtsstaats oberste Priorität. Dadurch werden die demokratischen Systeme in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt und die Akteure befähigt, eine leistungsfähige und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen ausgerichtete Gesellschaftsordnung zu schaffen.

In zahlreichen Ländern Sub-Sahara-Afrikas führt die KAS angesichts der Fortschritte bei der politischen Liberalisierung, Demokratisierung und dem Respekt der Menschenrechte verstärkt direkte Maßnahmen zur politischen Anteilnahme durch. Konfliktbearbeitung und Kapazitätenbildung sind daher wesentliche Arbeitsschwerpunkte und Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung in dieser Region.

In Nahen und Mittleren Osten ist es die Aufgabe der KAS, an der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung der Region mitzuwirken und darüber hinaus Demokratieprozesse durch eine notwendige Dezentralisierung der staatlichen Macht zu fördern. Durch Gemeinschaftsprojekte unterstützt die Stiftung den palästinensisch-israelischen Verständigungsprozess. Im Sonderprogramm „Dialog mit dem Islam“ versucht die KAS zudem, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen westlichen Demokratien und islamischer Welt deutlich zu benennen und eine Brücke für eine gemeinsame Zukunft zu bauen.

Die Bedeutung der politischen Stiftungen hat der frühere Bundespräsident Roman Herzog herausgestellt: "Ohne die politischen Stiftungen würde ein eminent wichtiges Feld der Entwicklungskooperation unbeackert bleiben. Indem sie weltweit für den Aufbau demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen wirken, gehören die politischen Stiftungen zu den wirksamsten und bewährtesten Instrumenten deutscher Außenpolitik. Sie tragen dazu bei, dass diese Außenpolitik ihr besonderes Profil nicht aus der Macht im traditionellen Sinn des 19. Jahrhunderts ableitet, sondern aus dem, was man als "soft power", die Macht der Argumente bezeichnet."

Kontakt

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Stellvertretender Generalsekretär und Leiter Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit
Dr. Gerhard Wahlers
Tel. +49 30 26996-3260
Fax +49 30 26996-3567
Gerhard.Wahlers(akas.de