Der Literaturpreis

Seit 1993 wird der von Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel ins Leben gerufene Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung in Weimar vergeben. In kürzester Zeit ist der Preis zu einer festen Größe im literarischen Leben in Deutschland geworden. Geehrt werden Autoren, die der Freiheit ihr Wort geben. Die Preisträger werden von einer Jury unter Vorsitz von Frau Professor Dr. Birgit Lermen bestimmt.

Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung bringt in besonderer Weise das Selbstverständnis der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Ausdruck, die es sich zur Aufgabe macht, politisches Handeln an den Grundwerten der Freiheit und des Friedens zu orientieren, Politik in Offenheit und Toleranz zu praktizieren und Begabungen von wissenschaftlicher und von öffentlicher Relevanz zu fördern. Dementsprechend zeichnet der Preis Autoren aus, die bemüht sind, der Freiheit und Würde des Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen, und deren Werke – das sind die Hauptkriterien der Preisvergabe – sowohl von politisch-gesellschaftlicher Bedeutsamkeit als auch von ästhetisch-literarischer Qualität zeugen. Die Preisträger reden keiner Partei das Wort, sondern kämpfen an gegen Intoleranz und „Menschenblindheit“ (Karl Jaspers). Ihre Werke sind dem Verhängnis des Menschen von heute auf der Spur, das sich in vielfältigen Verfallserscheinungen unserer Gesellschaft und Umwelt bemerkbar macht.

Die Preisträger der Konrad-Adenauer-Stiftung sind international renommierte und in der Projektarbeit der Stiftung vielfach tätige Autoren. Sie sind Orientierungsinstanzen in Zeiten des Wertewandels. Sie haben, wie es in der Präambel unserer Satzung heißt, der Freiheit das Wort gegeben. Dass es die Freiheit auch und gerade heute, in Zeiten von Gewalt und Terror zu verteidigen gilt, haben alle Preisträger in ihren Werken deutlich gemacht. Auf sie bezieht sich der Appell Jorge Semprúns, dass nun „Gedächtnis und Zeugnis Literatur werden“ können und werden sollen.

Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung intendiert die Förderung des Dialogs zwischen Politik und Literatur. Als der Preis 1993 ins Leben gerufen wurde, standen diese beiden Bereiche nicht gerade in dem Ruf guter Nachbarschaft. Doch müssen sie, einem Bonmot Hans Magnus Enzensbergers zufolge, einander nicht unbedingt wie „verfeindete Indianerstämme“ gegenüberstehen. Politik darf sich dem Gespräch mit der Literatur, dem „geistigen Vorratsschrank der Menschheit“ (Hilde Domin), nicht verweigern. Gefragt ist der offene Dialog, der seine Grenzen nur da hat, wo Freiheit und Würde des Menschen verletzt zu werden drohen. Der Preis motiviert zu einem lebendigen, aber auch kontroversen Gedanken- und Meinungsaustausch zwischen Literatur und Politik. Er zählt zu den internationalen Literaturpreisen, die das Focus-Magazin aus insgesamt weit über 700 internationalen Ehrungen ausgewählt und vorgestellt hat und die auf der Leipziger Buchmesse (13.-16.3.2008) an einem eigenen Stand präsentiert werden.

Für die Laudationes auf unsere Preisträger haben wir hoch angesehene Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik, aus der Literatur und den Medien gewinnen können. Auch die Laudatoren haben den Preis und seinen Wert beeinflusst. Ihre Reden sind, bei allen Unterschieden in der Rhetorik und Zugangsweise, oft persönliche Würdigungen des Preisträgers.

Ein Literaturpreis steht und fällt nicht zuletzt mit der Arbeit derer, die für die Auswahl der Preisträger verantwortlich sind. Das große Engagement der Jury hat wesentlich zu dem Ruf beigetragen, dessen sich der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung im In- und Ausland erfreut. Juroren sind: Prof. Dr. Birgit Lermen (Universität zu Köln) als Vorsitzende, Prof. Dr. Gerhard Lauer (Universität Göttingen), Christine Lieberknecht MdL (Ministerpräsidntin des Freistaates Thüringen), Felicitas von Lovenberg (Literaturchefin FAZ) und Ijoma Mangold (Die Zeit).

Kontakt

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Leiter des Referates Literatur
Prof. Dr. Michael Braun
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