Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Soziale Marktwirtschaft

Preisträger 2003: Berthold Leibinger

In der Begründung der Jury heißt es:
„Mit einem sicheren Blick für Innovationen, für zukunftsweisende Technologien, mit dem steten Drang, etwas zu bewegen und aufzubauen und es dabei nicht an Wagemut fehlen zu lassen, ist es Prof. Dr. Berthold Leibinger gelungen, als Unternehmer weltweit anerkannte hervorragende Leistungen zu vollbringen. Durch Glaubwürdigkeit, Integrität, Verantwortung und bedingungsloses Einstehen für wertvolle Traditionen führt er mit seiner Familie sein Unternehmen ganz im Sinne sozialer Verpflichtungen. Er ist damit Leitfigur des industriellen Mittelstandes. Darüber hinaus leistet er durch sein persönliches Engagement für die Förderung von Wissenschaft und Kultur wertvolle Dienste für die Gemeinschaft. Sein Leben steht für die Soziale Marktwirtschaft."

v.r.n.l.: Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Angela Merkel MdB, Frau Leibinger, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel MdL und Prof. Hans Tietmeyer mit der Jury (Fotograf: Jürgen Bauer)
v.r.n.l.: Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Angela Merkel MdB, Frau Leibinger, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel MdL und Prof. Hans Tietmeyer mit der Jury (Fotograf: Jürgen Bauer)

Am 16. November 2003 wurde der Preis Soziale Marktwirtschaft erstmals in der Frankfurter Paulskirche an Berthold Leibinger verliehen.

v.l.n.r: Frau Leibinger, Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Jens Odewald, Vorsitzender der Jury und Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel MdL (Fotograf: Jürgen Bauer)
v.l.n.r: Frau Leibinger, Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Jens Odewald, Vorsitzender der Jury und Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel MdL (Fotograf: Jürgen Bauer)

Das „Manager-Magazin", bekannt für seine kritischen Durchleuchtungsaktionen der deutschen Wirtschaft, schüttet nicht leicht viel Lob über Manager und Unternehmer aus. Berthold Leibinger, geschäftsführender Gesellschafter der weltweit operierenden TRUMPF-Gruppe, ist eine der bemerkenswerten Ausnahmen von dieser Regel. „Der Chef selbst ist nicht nur erfolgreicher Unternehmer, sondern Ikone des Mittelstandes, die Verkörperung des German Way of Life", schrieb die Zeitschrift voller Respekt. „Ohne ihn wäre TRUMPF wahrscheinlich nie das geworden, was es heute ist - eines der florierendsten inhabergeführten Unternehmen der Republik." Es war deshalb nur konsequent, dass das Magazin ihn in seine Hall of Farne aufnahm. Jürgen Strube schrieb in seiner Laudatio: „Sie sind eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit unserer Zeit, eine Leitfigur des industriellen Mittelstandes. Ein Unternehmer, der durch seine Persönlichkeit, seine Glaubwürdigkeit und Integrität für das steht, was familiengeführte Unternehmen auszeichnet." Dieses Unternehmen, die TRUMPF-Gruppe mit Sitz im schwäbischen Ditzingen bei Stuttgart, verkörpert den Geist von Innovation und Tradition, von internationaler Orientierung mit festen Wurzeln im Pietismus, so wie Leibinger selbst sich seiner schwäbischen Heimat und Hightech gleichermaßen verpflichtet sieht. „Es sind immer die geistigen Kräfte, die die Welt verändern", ist die feste Überzeugung des Ingenieurs, der als einer der Ersten die Lasertechnologie als universelles Werkzeug für Maschinen nutzte. Soziale Kompetenz, Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft sind dieser beeindruckenden Unternehmerpersönlichkeit selbstverständlich. Schon Mitte der neunziger Jahre etablierte TRUMPF ein Bündnis für Arbeit, das umfangreiche Arbeitsplatzgarantien beinhaltet. Das konnte sich das Unternehmen leisten, weil Leibinger jedem unkontrollierten Kapitalwildwuchs misstraut: Wenn sich neue Projekte nicht mehr über Eigenmittel finanzieren lassen, sind für Leibinger die „Grenzen des Wachstums" erreicht. Auch deshalb will er TRUMPF nicht an die Börse bringen.
Berthold Leibinger wurde am 26. November 1930 in Stuttgart als Sohn eines Kunsthändlers für ostasiatische Antiquitäten geboren. Nach dem Abitur 1950 begann er eine Mechanikerlehre bei TRUMPF & Co. in Stuttgart, studierte von 1951 bis 1957 an der dortigen Technischen Hochschule Maschinenbau, schloss als Diplomingenieur ab und trat als Konstrukteur wieder in die Dienste von TRUMPF. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in den USA übernahm Leibinger 1961 die Leitung der Konstruktionsabteilung von TRUMPF, wurde 1966 Technischer Geschäftsführer und Gesellschafter und ist seit 1978 Vorsitzender der Geschäftsführung und Gesellschafter der TRUMPF GmbH & Co. KG.
Die TRUMPF-Gruppe mit über 5.500 Beschäftigten und einem Umsatz von ca. 1,2 Mrd. EURO in mehr als 20 Ländern ist längst ein weltweit führender Hightech-Konzern in den Bereichen Werkzeugmaschinenbau, Lasertechnik, Elekronik/Medizintechnik und Elektrowerkzeuge. Diesen Erfolg verdankt das Unternehmen der Aufbruchstimmung, Risikofreude und Begeisterung Berthold Leibingers für technische Entwicklungen und seiner Überzeugung, dass Technik als Teil unserer Kultur anzusehen ist.
Berthold Leibinger steht für den christlichen und ethischen Werten verpflichteten Unternehmer, der keinen Widerspruch zwischen ökonomischer Effizienz und Glauben sieht, sondern im Pietismus ein sicheres Fundament und positive Arbeits- und Lebenseinstellung findet.
Prof. Leibinger war u.a. Präsident der IHK Stuttgart, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, berät die Landesregierung Baden-Württemberg als Vorsitzender des Innovationsbeirats, ist Kuratoriumsmitglied der Stiftung Demoskopie Allensbach und gründete 1992 die gemeinnützige Berthold-Leibinger-Stiftung zur Förderung wissenschaftlicher, kultureller, sozialer und kirchlicher Einrichtungen und Zwecke. Besonders innovativ war und ist die TRUMPF-Gruppe als Weltmarktführer in der Anwendung der Lasertechnik als industrieller Fertigungstechnik. Auf diesem Gebiet verleiht die Leibinger-Stiftung auch alle zwei Jahre den mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Berthold Leibinger Innovationspreis.