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Afrika

Zu Beginn der neunziger Jahre wurde Afrika von einer Welle von Demokratisierungsprozessen erfasst. In fast allen der 42 Staaten südlich der Sahara wurden in den letzten 16 Jahren Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen unter Beteiligung mehrerer Parteien abgehalten. Mehrparteiensysteme sind in Afrika aber noch unzureichend und in vielen Ländern noch nicht nachhaltig etabliert. Auch die Beteiligung der Zivilgesellschaft an politischen Entscheidungsprozessen, die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung und die Aussicht auf Rechtssicherheit sind bisher noch nicht ausreichend sichergestellt.

Nach Aussagen von Experten wächst die Wirtschaft unseres Nachbarkontinents mit zurzeit über fünf Prozent so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr. Dieses Wachstum ist u.a. auf eine zunehmend dynamische Wirtschaft und Reformen zurückzuführen sowie auf den andauernden Rohstoffboom. Gemessen an wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren fällt Afrika südlich der Sahara jedoch noch immer weit hinter andere Weltregionen zurück. Industrielle Entwicklung hat ansatzweise stattgefunden, aber die meisten Volkswirtschaften Afrikas hängen noch immer vom Export landwirtschaftlicher und mineralischer Rohstoffe ab.

Trotz einer Senkung der Armutsrate von 47 auf 41 Prozent, ist in Afrika die Armut weltweit noch immer am höchsten und wird bis 2015 wohl nicht halbiert werden können. In Hinblick auf die Millennium-Entwicklungsziele (MDG) hat sich zumindest aber die Einschulungsrate von Kindern erhöht. Hier erhalten inzwischen 70 Prozent aller Kinder eine Grundbildung, während es 1999 nur 57 Prozent waren.

Derzeit entwickeln die meisten afrikanischen Länder nationale Armutsbekämpfungsstrategien. Auch regionale Integrationsbemühungen sind deutlich erkennbar wie in der Gründung der Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) und des Panafrikanischen Parlaments sowie in der Weiterentwicklung von Regionalorganen wie z.B. SADC, SACU und ECOWAS. Viel versprechend sind auch die Vorsätze des 2004 gegründeten Friedens- und Sicherheitsrats der AU, der bis 2010 in der Lage sein will, konfliktpräventive und friedenserhaltende Maßnahmen durchzuführen. Diesen Fortschritten stehen aber nach wie vor Staatskrisen, Kriege und bewaffnete Konflikte gegenüber (Sudan, Tschad, DR Kongo, Äthiopien, Somalia etc.) sowie soziale Benachteiligung, Ungleichheit und Marginalisierung im Welthandel. Afrika ist aber immer noch der Kontinent, auf dem die Mehrzahl aller kriegerischen Konflikte stattfindet. Die afrikanischen Integrationsbemühungen und Reforminitiativen begleitet die Stiftung mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Demokratieförderung: Förderung von „Good Governance“ und entwicklungsorientiertem Regierungshandeln, Aufbau funktionierender staatlicher und demokratischer Strukturen und eines intakten Mehrparteiensystems; Unterstützung des afrikanischen Parteienbündnis UPADD; Zusammenarbeit mit afrikanischen Parlamenten; Wertegebundene Aus- und Fortbildung entwicklungsorientierter Eliten; Förderung von Organisationen der Zivilgesellschaft, Medien, Verbänden und Religionsgemeinschaften
  • Förderung bzw. Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen zur Schaffung von Rechtssicherheit; Förderung der Judikative als unabhängige Gewalt, Verfassungsberatung, Menschenrechte
  • Dezentralisierung/ kommunale Selbstverwaltung: Unterstützung kommunaler Strukturen (nach dem Subsidiaritätsprinzip)
  • Wirtschaftspolitischer Dialog und regionale Integration für die Schaffung entwicklungsorientierter, sozial und marktwirtschaftlich orientierten Rahmenbedingungen; Förderung überregionaler Kooperationen in wirtschafts- und sicherheitspolitischen Fragen
  • Politikdialog und Krisenprävention: Länderübergreifender Dialog zu entwicklungs- und sicherheitspolitischen Fragen; Förderung des interkulturellen und interreligiösen Wertedialogs

Neben unseren Länderprogrammen führen wir in Afrika südlich der Sahara auch drei sektorale Programme: Medien, Rechtsstaat und Politischer Dialog (siehe rechte Leiste) durch.