Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Europäische und Internationale Zusammenarbeit

Lateinamerika

Während die politische Landschaft Lateinamerikas zu Zeiten des Kalten Krieges von Militärregimen und Bürgerkriegen geprägt war, haben sich in der Region weitgehend demokratische Regierungsführungen etabliert. Nach Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs infolge des Rohstoffbooms konnte die Armut reduziert werden. Ob der positiven Entwicklung sind – trotz der Heterogenität der Region – nahezu alle Länder mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: Parlamente, Parteiensysteme und schwach ausgebildete Zivilgesellschaften werden von einer präsidentiellen Exekutive dominiert. Korruption, Straffreiheit sowie die fehlende Unabhängigkeit der Justiz resultieren in einer politischen Vertrauenskrise. Medien, Nichtregierungsorganisationen und Journalisten sind hinsichtlich der Presse- und Meinungsfreiheit unter Druck oder eingeschränkt. Zudem sind die lateinamerikanischen Gesellschaften von extremer Ungleichheit geprägt. Der mangelnde soziale Ausgleich bedroht die politische Stabilität. Hinzu kommen wachsende Herausforderungen in den Bereichen der organisierten Kriminalität und Migration.

Wir fördern Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Dezentralisierung, Soziale Marktwirtschaft und den regionalen sowie internationalen Austausch. Unsere konkreten Tätigkeitsfelder sind:

  • Zusammenarbeit mit christlich-demokratischen und anderen Parteien der politischen Mitte
  • Förderung von Rechtsstaat, Verfassungsreformprozessen, Verfassungsgerichtsbarkeit, Korruptionsbekämpfung und Ethik
  • Ordnungspolitischer Dialog über die spezifische Ausgestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit demokratischer Strukturen und Institutionen
  • Beratung von Regierungen und Parlamenten
  • Einsatz für politische Partizipation und Menschenrechte
  • Zusammenarbeit mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Medien
  • Förderung von Dezentralisierungsprozessen im Sinne des Subsidiaritätsprinzips
  • Dialog zu Umweltpolitik, Klimawandel, Energiesicherheit
  • Außen- und sicherheitspolitischer Dialog innerhalb der Region sowie mit Europa und Deutschland

Unsere Arbeit in Lateinamerika hat Tradition: Die ersten Auslandsbüros wurden in Venezuela und Chile (1962) eröffnet. Seitdem haben wir unsere Arbeit in der Region intensiviert. Die KAS zählt heute zwölf Länderbüros sowie fünf Regionalprogramme, deren Arbeit vom Regionalteam Lateinamerika von Berlin aus koordiniert und begleitet wird. Gleichzeitig arbeiten wir vor Ort mit langjährigen Partnern zusammen. Die Arbeit der zwölf Länderprojekte wird durch die fünf Regionalprojekte ergänzt, die themenspezifisch arbeiten und zur länderübergreifenden Vernetzung beitragen.