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Der Kölner Kreis

Der Kölner Kreis war ein im Rheinland und Westfalen aktives Netzwerk ehemaliger Zentrumspolitiker und christlicher Gewerkschafter, der sich auf persönliche Beziehungen vor allem aus der Mitgliedschaft in der Katholischen Arbeiterbewegung stützte. Führende Mitglieder waren u.a. der ehemalige Präses der katholischen Arbeitervereine, Dr. Otto Müller, Jakob Kaiser, Bernhard Letterhaus, Andreas Hermes und Johannes Albers sowie die Dominikaner Laurentius Siemer und Eberhard Welter. Die Gruppierung entwickelte sich von einem Diskussionszirkel, in dem vornehmlich über die Struktur Deutschlands nach einem Ende der NS-Herrschaft beraten wurde, durch sich verstärkende Kontakte zum Kreisauer Kreis und zum militärischen Widerstand immer mehr hin zu einer Widerstandsgruppe. Etliche seiner Mitglieder wurden ermordet oder kamen in NS-Haft um wie Müller, Letterhaus oder Groß. Im Unterschied zu anderen Widerstandsgruppen gingen alle Nachkriegsplanungen des Kölner Kreises von einer Wiedererrichtung der parlamentarischen Demokratie aus. Sie flossen in starkem Umfang in die Programmatik der CDU in den westlichen Besatzungszonen ein. In der Forschung hat der Kölner Kreis erst in den letzten Jahren verstärkte Beachtung gefunden.


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Zur Einführung: Vera Bücker: Der Kölner Kreis und seine Konzeption für ein Deutschland nach Hitler. In: Historisch-Politische Mitteilungen 2 (1995), S. 49-82.