Lebenslauf Dr. Arend Oetker

Träger des Preises soziale Marktwirtschaft 2007

Arend Oetker wurde am 30. März 1939 als Sohn eines Landwirts in Bielefeld geboren und wuchs mit den vier jüngeren Geschwistern auf einem Rittergut bei Detmold auf. Er ist ein Urenkel August Oetkers, des Gründers der Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Nach Abitur und Wehrdienst studierte Arend Oetker von 1962 bis 1966 in Hamburg, Berlin und Köln Betriebswirtschaft sowie Politische Wissenschaften mit Abschluss als Diplomkaufmann. 1967 promovierte er zum Dr. rer. pol. mit einer Arbeit über die Finanzierung von Familienunternehmen.

Im Jahre 1968 übernahm Dr. Arend Oetker jene drei Firmen, die seine Mutter Ursula Oetker geerbt hatte: die Marmeladen-Fabrik Schwartauer Werke GmbH & Co. KG, die Saftfabrik Altländer Gold GmbH & Co. und die Nähmaschinenfabrik Kochs Adler AG. Vor allem die 1899 gegründeten Schwartauer Werke sanierte er mit Hilfe seiner zwei exzellenten Managing Partner auf außergewöhnliche Weise, indem er sich auf wenige, von den großen Lebensmittelkonzernen damals nicht belegte Angebote konzentrierte und das Unternehmen damit schrittweise zum Marktführer bei Marmelade sowie Back- und Dekorartikeln machte.

Schon zuvor stellte Arend Oetker die Schreib- und Nähmaschinen fertigende Kochs AG auf die Fertigung von Spezialnähmaschinen für die Textilindustrie um und verkaufte sie nach der Sanierung ebenso wie die Altländer Saftfabrik. Die aus dem Familienbesitz verbliebenen Schwartauer Werke bildeten den Grundstock für Arend Oetkers weitere international ausgerichtete Aktivitäten.

Dr. Arend Oetker wurde am 30. März 1939 geboren, er ist verheiratet und hat fünf Kinder.


Ausbildung

  • Abitur am humanistischen Gymnasium Leopoldinum in Detmold
  • Hauptmann der Reserve (Luftwaffe)
  • 1962 - 1966 Studium der Betriebswirtschaftslehre und politischen Wissenschaften in Hamburg, Berlin und Köln
  • 1967 Promotion zum Dr. rer. pol., Universität zu Köln

Beruf

Geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG, Berlin

Aufsichtsratsmandate

  • u.a. Hero AG, Lenzburg (Präsident des Verwaltungsrats)
  • Schwartauer Werke GmbH & Co. KGaA, Bad Schwartau (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
  • Cognos AG, Hamburg (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
  • KWS Saat AG, Einbeck (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • Merck KGaA, Darmstadt(Mitglied des Aufsichts- und Gesellschafterrats)
  • Bâloise Holding AG, Basel(Mitglied des Verwaltungsrates)

Weitere Funktionen

  • u.a. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen (Präsident)
  • Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., Berlin (Präsident)
  • Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Berlin (Vizepräsident)
  • Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin (Präsidiumsmitglied)


Von Juli 1986 bis November 1989 leitete er als Vorstandsvorsitzender die Kölner Holding Otto Wolff AG (OW), die sich mit 16.000 Mitarbeitern auf die Fertigung von Weiß-, Fein- und Elektroblech sowie Stahl- und Kunststoffhandel und Investitionsgüterexport verlegt hatte. Seine Beteiligungen fasste Arend Oetker 1989 in der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. zusammen, der er fortan als geschäftsführender Gesellschafter vorstand. Bei den operativen Tochterfirmen beschränkte sich Oetker auf den Aufsichtsratsvorsitz, die Stellvertretung oder einen Beiratssitz.

Für Dr. Arend Oetker hatte ehrenamtliches Engagement schon in frühen Jahren eine große Bedeutung. Von 1977 bis 1986 war er Vorsitzender der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss und bis 2005 stand er der Atlantik-Brücke, einem wirtschaftsnahen Rat zur Pflege der Kontakte zu den USA, vor. Er ist Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sowie Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Präsident des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Philharmonie GmbH. Er hat einen Sitz im Senat der Max-Planck-Gesellschaft, im Kuratorium der Fritz Thyssen-Stiftung, im Präsidium der Deutsche Forschungsgemeinschaft und im Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Ferner ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Arend Oetker ist Musikliebhaber und fördert Werke von zeitgenössischen Künstlern. In Leipzig finanziert er eine Galerie für zeitgenössische Kunst und unterstützte die Sanierung der Lübecker St. Petri-Kirche.