Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)DDR - Mythos und Wirklichkeit

Der Wiederaufbau und die Entwicklung in den vier Zonen 1945–1949

Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht erwachte das politische Leben in Deutschland schnell wieder, wenn auch nur unter strenger Aufsicht und mit Erlaubnis der Alliierten.

In allen vier Zonen gründeten sich im Sommer 1945 nach der Zulassung durch die Besatzungsmächte auf lokaler Ebene Parteien. Neben Zentrum, Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) und Kommunistischer Partei Deutschlands (KPD), die es schon in der Weimarer Republik gegeben hatte, entstanden auch neue Parteien. Mit der Christlich-Demokratischen bzw. Christlich-Sozialen Union (CDU bzw. CSU) gründeten sich überkonfessionelle Sammlungsparteien mit christlichen, liberalen und konservativen Wurzeln.

Während sich in den Westzonen Parteien frei konstituieren konnten, verlief in der Ostzone die Entwicklung anders. Mit der Zwangsvereinigung der KPD und der SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 21./22.4.1946 und mit der Gründung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) und der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) durch Mitglieder der SED dominierten die Kommunisten in der sog. „Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien“ (Antifa-Block).

Parallel zu den Parteigründungen verlief im Sommer 1945 der Aufbau deutscher Verwaltungen durch die Alliierten. Sie gingen dabei in ihren Zonen jeweils sehr unterschiedlich vor. In den Westzonen erfolgte der Aufbau von der kommunalen über die Landes- zur Zonenebene. Den Militärregierungen standen dabei auf deutscher Seite die zunächst ernannten, später dann frei gewählten Ministerpräsidenten gegenüber. In der Ostzone wurden durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) sehr schnell elf starke Zentralverwaltungen auf der Zonenebene eingesetzt. Die wichtigsten Positionen wurden mit Angehörigen der KPD besetzt. Auf sie stützte sich die sowjetische Militärregierung.

Schon 1945/46 war also sichtbar, dass trotz paralleler Vorgehensweisen in den vier Zonen die Ziele der Alliierten auseinanderliefen. Noch deutlicher wurde die beginnende Ost-West-Konfrontation dann zu Beginn des Jahres 1947. Die wirtschaftliche und politische Einheit Deutschlands rückte aufgrund der fehlgeschlagenen Moskauer Außenministerkonferenz in weite Ferne, auch wenn die Münchener Ministerpräsidentenkonferenz im Juni 1947 versuchte, die Teilung Deutschlands noch zu verhindern.

Der Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Zone im Januar 1947 führte dann im Juni 1947 zur Einberufung eines Bizonen-Parlaments, des sog. Frankfurter Wirtschaftsrats. Dieser entwickelte unter Beteiligung der Alliierten das Fundament für die spätere Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland, die Soziale Marktwirtschaft. Die am 20.6.1948 durchgeführte Währungsreform brachte den drei Westzonen den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung. Die Sowjetunion reagierte auf die Währungsreform mit der Blockade Berlins zu Lande und zu Wasser von Juni 1948 bis Mai 1949. Berlin (West) wurde ein Jahr lang durch die Alliierten aus der Luft versorgt (Luftbrücke).

In der Ostzone koordinierte die Deutsche Wirtschaftskommission die wirtschaftlichen Aktivitäten zentral. Sie stellte die Reparationszahlungen an die Sowjetunion sicher und betrieb den Aufbau einer sozialistischen Planwirtschaft. Als wenige Tage später in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) ebenfalls eine Währungsreform stattfand, bedeutete dies das Ende einer gesamtdeutschen Währung.

Auch auf der politischen Ebene entwickelten sich die Westzonen und die Ostzone weiter auseinander. Auf der Londoner Sechsmächtekonferenz im Frühjahr 1948 einigten sich die Westmächte und die Benelux-Länder auf die Schaffung eines westdeutschen Staates. Die Beschlüsse dieser Konferenz wurden als „Frankfurter Dokumente“ (.pdf) am 1. Juli 1948 den Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder übergeben. Die Ministerpräsidenten werden darin aufgefordert, eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen und eine Neugliederung der Länder vorzunehmen sowie zum angekündigten Besatzungsstatut Stellung zu nehmen. Erst nach langen, kontroversen Diskussionen folgten die Ministerpräsidenten schließlich der Aufforderung der Besatzungsmächte, einen westdeutschen Teilstaat zu schaffen. Die Sowjetunion nahm dies zum Anlass, den Alliierten Kontrollrat zu verlassen und damit die Vier-Mächte-Verwaltung für Deutschland als Ganzes zu beenden. Gleichzeitig gab der Auftrag an die Ministerpräsidenten den Westdeutschen die Möglichkeit, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Der Konvent von Herrenchiemsee arbeitete für den am 1.9.1948 einberufenen Parlamentarischen Rat eine Verfassungsvorlage aus. Am 8.5.1949 wurde schließlich das Grundgesetz verabschiedet. Den westdeutschen Politikern, die hart um ihre Position gerungen hatten, war es in ihren Stellungnahmen gegenüber den Alliierten vor allem darauf angekommen, keine Verfassung zu verabschieden, die eine dauerhafte Teilung Deutschlands besiegelt hätte. Der Weststaat Bundesrepublik Deutschland sollte als Provisorium mit einem Grundgesetz nur so lange bestehen, bis eine gesamtdeutsche Lösung gefunden wäre. In der Ostzone hatte der nicht demokratisch legitimierte 2. Volkskongress am 18.3.1948 den Deutschen Volksrat gewählt, der einen Verfassungsentwurf für die sowjetische Besatzungszone und Berlin (Ost) ausarbeiten sollte. Der vom Volksrat am 19.3.1949 gebilligte Entwurf einer Verfassung für die spätere DDR entsprach weitgehend einer von der SED ausgearbeiteten Vorlage.

Mit der Verabschiedung von Grundgesetz und DDR-Verfassung (.pdf) sowie mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (23.5.1949) und der DDR (7.10.1949) war die Teilung Deutschlands faktisch auf Jahrzehnte hin besiegelt.

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Die Geschichte der deutschen Teilung (© Deutsche Wochenschau Filmarchiv und Deutsche Wochenschau Filmarchiv)

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Ausschnitt aus dem Film „50 Jahre CDU - 50 Jahre erfolgreiche Politik für Deutschland und Europa“ (© ACDP der Konrad-Adenauer-Stiftung)