Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)DDR - Mythos und Wirklichkeit

Widerstand, Opposition und Flucht

Einführung

1953 und 1989 sind die Schlüsseldaten in der Geschichte von Widerstand und Opposition in der DDR, wenngleich es zu allen Phasen ein Aufbegehren gegen das SED-Unrechtsregime gab.

Nicht alle Menschen unterwarfen sich nach Kriegsende der kommunistischen Diktatur, sondern nicht wenige bekannten sich auch zu ihren eigenen Traditionen. So lehnten sich viele Sozialdemokraten gegen die Zwangsvereinigung ihrer Partei mit der KPD zur SED auf. Die bürgerlichen Parteien protestierten gegen die Gleichschaltung der Parteien und Massenorganisationen. Schüler und Studenten lehnten sich gegen die Sowjetisierung ihrer Schulen und Universitäten auf. Die Kirchen blieben bis zum Ende der DDR ein Hort der Resistenz, weil sie sich vielfach dem Zugriff der Staatsmacht verweigerten. In vielen Kirchengemeinden fanden oppositionelle Gruppen Raum und Unterstützung.

© Harald Hauswald, Agentur Ostkreuz Berlin

Das Scheitern des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953, der von den Sowjet-Truppen blutig niedergeschlagen wurde, und der Mauerbau 1961 nahm den Menschen vorerst die Hoffnung, einen Sturz des SED-Regimes herbeiführen zu können. Viele Menschen, insgesamt ca. drei Millionen, verließen frustriert und enttäuscht die DDR, davon viele illegal und unter großer Gefahr, was auch zu einem Ausbluten der DDR-Opposition führte. Allein zwischen 600 bis 800 Personen kamen bei Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze zu Tode. 1968 bekundeten viele Oppositionelle ihre Sympathie mit dem „Prager Frühling“. In den 70er und 80er Jahren entstanden Friedenskreise, Umweltgruppen und Bürgerinitiativen, die sich später vernetzten und sich gemeinsam von der Vormundschaft des Staates befreien wollten. Die Bürgerrechtler in der DDR traten für Reformen in ihrem Land ein. Die Antwort des Staates war ihre Überwachung durch das Ministerium der Staatssicherheit und u. U. auch Repressionen wie Verhaftung oder Ausbürgerung. Während der Umbruchzeit (1989) gründeten viele von ihnen politische Parteien und Bürgerbewegungen, wie zum Beispiel das Neue Forum oder den Demokratischen Aufbruch. Ihre Proteste am Rande der offiziellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration im Januar 1988, die Aktionen gegen Wahlfälschungen im Mai 1989 und die Empörung über die Reaktion der DDR-Führung auf das Massaker in Peking läuteten die friedliche Revolution ein, die am 9. November 1989 in dem Fall der Mauer und im weiteren Verlauf dem Untergang der DDR und der Sowjetunion gipfelte.

Der Anspruch, umfassend alle Facetten zu beleuchten, besteht nicht. Wir wollen vielmehr zur Auseinandersetzung mit der Thematik anregen, die Materialien in den Schulbüchern ergänzen sowie den Interessierten einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Themenfelder ermöglichen.