Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)DDR - Mythos und Wirklichkeit

Mythos: „In der DDR gab es keine Altersarmut“

Armut war in der DDR offiziell tabu und wurde nachhaltig verdrängt. Da die Rentenansprüche in der DDR stiefmütterlich behandelt wurden, bildeten die Rentner die größte Gruppe, die von Armut betroffen war. Der Mindestsatz für die Altersrente lag recht niedrig; er wurde nach wenigstens 15 Arbeitsjahren gewährt und deckte gerade das Existenzminimum. Auch die Kombination unterschiedlicher Renten (Witwen-, Invaliden- oder Altersrenten) konnte das Mindestniveau im Regelfall nur bescheiden anheben. Trotz des zugrunde liegenden Versicherungsprinzips war die Rentenversorgung faktisch eine staatlich gewährte Grundrente. So hing die Rentenhöhe nicht in erster Linie von dem zuvor erzielten Erwerbseinkommen ab, sondern richtete sich nach politischen Vorgaben: Sie wurde nur periodisch durch Parteitagsbeschlüsse aufgestockt. Erst 1971 wurde durch die Einführung einer freiwilligen Zusatzrentenversicherung die Möglichkeit geschaffen, über freiwillige Beiträge später höhere Rentenansprüche zu erwerben.