In den frühen 1980er Jahren bildeten sich verschiedene subkulturelle Strömungen unter
Jugendlichen heraus, die in klarer Opposition zum sozialistischen Staat standen. Waren es anfänglich eher linke Gruppierungen wie Punks, griff seit etwa Mitte der 1980er Jahre eine zunehmende Zahl von Jugendlichen zur Begründung ihrer oppositionellen Haltung auf die Ideologie des Nationalsozialismus zurück. Angesichts der Tatsache, dass die politisch und ökonomisch bankrotte Staatsführung ihren Allmachtsanspruch dennoch aufrechterhielt, war diese Haltung (vor allem) für viele junge Männer die stärkste Form der Opposition gegenüber der SED-Führung. Die rechte Szene wurde zwar vom Staat überwacht, aber in der Öffentlichkeit vollkommen tabuisiert – da nicht sein konnte, was nicht sein durfte: In der
antifaschistischen DDR gab es per Dekret keine Neonazis. Ende der 1980er Jahre scheuten sich die rechten Skinheads auch nicht mehr, mit ihrer politischen Haltung offen hervorzutreten. So überfielen im Oktober 1987 Skinheads ein Konzert in der Berliner Zionskirche. Da es in der DDR offiziell keine
Neonazis gab, ignorierte die
sozialistische Presse zunächst den Vorfall; später verharmloste sie ihn dann und schob alles auf westliche Einflüsse.
Der Dokumentarfilmer und Mitbegründer von „Demokratie Jetzt“, Konrad Weiß, beschreibt 1989 in einem Aufsatz (externer Link) den Nährboden für rechte, rechtsradikale und neofaschistische Ideologien in der DDR. So habe die SED nicht die Entwicklung demokratischer Tugenden befördert, sondern ein System neuer Privilegien zur Belohnung von Maulheldentum, Untertanengeist und Parteidisziplin geschaffen. Die politische Kultur der DDR sei in weiten Teilen autoritären und rechten Ideologien entgegengekommen: „Nicht Originalität und Innovation haben den höchsten Stellenwert, sondern Unterordnung und Konvention. Nicht Widerspruch und Kritik sind wirklich geschätzt, sondern Anpassung und Duckmäusertum.“