Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)DDR - Mythos und Wirklichkeit

DDR-Mythen

Einführung

„Das Gefühl, dem Westen gegenüber benachteiligt zu sein, erzeugt eine falsche Solidarität mit allem, was aus dem Osten kommt, und verhindert einen realistischen Blick auf die ehemalige DDR, die um so rosiger wird, je mehr Zeit vergeht“, schreibt der Theologe Richard Schröder über die deutsche Einheit.


„Hieß es Anfang der Neunziger Jahre noch: Es war nicht alles schlecht, wurde daraus zunehmend: Was war denn schlecht?“, meldet die BStU (Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik) auf ihrer Website.

Fast zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung verschwimmt die Erinnerung an den SED-Staat zusehends. Selbst aufgeklärte Zeitgenossen, die die Diktatur noch am eigenen Leib erlebt haben, laufen immer wieder in die Fallen, die uns durch permanente Wiederholung zum alltäglichen Wissen gewordene Fehlurteile und Legenden über die DDR stellen. Besonders junge Leute wissen wenig über den Arbeiter- und Bauernstaat. So stellen deutsche Schüler der DDR ein erstaunlich positives Zeugnis aus. Vor allem ostdeutsche Jugendliche neigen zu posthumer Verklärung (Berliner Studie des Forschungsverbunds SED-Staat an der FU Berlin von Monika Deutz-Schröder und Klaus Schröder zum DDR-Bild von Schülern). Hier ist Abhilfe nötig, geht es doch um die Stabilisierung unserer Demokratie, um das Lernen aus der leidvollen Erfahrung von zwei Diktaturen auf deutschem Boden. Deshalb soll die beigestellte Übersicht als kleines Lexikon, das sich mit den aktuellen Mythen und Legenden zur Lebenswirklichkeit in der DDR befasst, dienen.