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Wurde im Zuge der Krise tatsächlich Geld bzw. Werte vernichtet?

Anders als bei tiefgreifenden Währungskrisen, ist es bei der aktuellen Finanzkrise nicht zu realer Geld- bzw. Wertvernichtung durch Hyperinflation gekommen. Vielmehr sind Vermögenswerte geschrumpft. Was bedeutet das? Während sich der Vermögensgegenstand (Häuser, Wertpapiere) im Zeitverlauf physisch nicht änderte, hat sich seine monetäre Bewertung (Preis als Ergebnis des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage) am Markt geändert.

Insgesamt ergab sich diese Situation aus einer zu optimistischen Sichtweise von Finanzmarktteilnehmern und aus der großen Unsicherheit bezüglich der Werte, die hinter den sehr komplexen (im Nachhinein als toxisch bezeichneten) hypothekenbesicherten strukturierten Wertpapieren standen.

Inzwischen werden US-amerikanische Häuser nach vormalig immensen und überzogenen Preissteigerungen als weniger werthaltig angesehen. Auch die Preise der an sie gekoppelten Wertpapiere sind in der Folge stark gesunken. Ein Teil des vormaligen Vermögensanstiegs, der während der Finanzmarktkrise „vernichtet“ wurde, war offenbar fiktiv. Es ist durchaus denkbar, dass sich die Einschätzungen für einige Vermögenswerte – dazu zählen neben Immobilien z. B. auch Aktien – wieder aufhellen. Ob der Vermögensgegenstand aber solange gehalten werden kann, oder ob es etwa zu Zwangsversteigerungen kommt, weil Kredite nicht mehr bedient werden können, wird vom Einzelfall abhängen. Verluste entstehen erst dann, wenn Werte unter dem Einstandspreis verkauft werden. Dann sind sie tatsächlich real.