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Wäre die Krise auch entstanden, wenn wir noch die D-Mark hätten, oder hilft uns der Euro aus der Krise?

Die Finanzkrise hat nichts mit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung zu tun. Ihr Ursprung liegt zu einem großen Teil in den USA, wenngleich auch in Europa Fehler gemacht wurden. Aus einer amerikanischen Immobilienkrise ist durch riskante grenzüberschreitende Geschäfte und fehlerhaft regulierte Finanzmärkte eine globale Finanzmarktkrise entstanden.

Um mit den Krisenerscheinungen fertig zu werden, mussten weltweit große (zum Teil schuldenfinanzierte) Konjunkturpakete geschnürt und geldpolitische Maßnahmen (Leitzinssenkungen) – auch unter Inkaufnahme von Inflationsrisiken – getroffen werden. Dies geschah in enger Abstimmung führender Industrie- und Schwellenländer, da sie stärker als je zuvor verflochten sind. Die Verkettung von Ereignissen, und das ist ein historisches Novum in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte, trifft alle Wirtschaftsnationen gleichzeitig (wenn auch nicht gleich stark). In dieser Situation zeigen sich für Deutschland viele Vorteile des gemeinsamen Euro-Währungsgebietes: In ähnlichen Krisen hat die D-Mark in der Vergangenheit häufig stark aufgewertet, weil sie Anlegern als „sicherer Hafen“ galt. Das hat die deutsche Exportindustrie immer wieder getroffen und ihre internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit auch in Europa verschlechtert. Das gemeinsame Zahlungsmittel schließt jetzt Währungsaufwertungen innerhalb der Eurozone vollständig aus.

Zudem schützt der gemeinsame Binnenmarkt tendenziell davor, dass europäische Staaten ihre Wirtschaft abschotten oder Absatzmärkte völlig „wegbrechen“. Die Europäische Kommission prüft mit einem scharfen Auge, ob nationalstaatliche Maßnahmen, die den Erhalt von Arbeitsplätzen bezwecken, mit den Nachbarländern abgestimmt werden und wirtschaftliche Probleme nicht auf Kosten anderer gelöst werden sollen. Überdies leistet die Europäische Union zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) – an Auflagen geknüpfte – finanzielle Nothilfen, wenn einzelne Mitgliedsstaaten in Zahlungsschwierigkeiten geraten (beispielsweise an Ungarn, Lettland, Rumänien).