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Kurzinterview mit Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert

Nach seiner Grundsatzrede zur Demokratieentwicklung und Politischen Bildung beim Demokratie-Kongress der Konrad-Adenauer-Stiftung nahm sich Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert Zeit für ein Kurzinterview mit Julia Gravenstein und Maximilian Lüderwaldt, Teilnehmer der Schülerwerkstatt auf dem „Demokratie-Kongress“.

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Herr Bundestagspräsident, wie kann man das Interesse der Bürger an Politik erhöhen?

Der wirkungsvollste Weg ist meiner Meinung nach eindeutig, den Leuten klarzumachen, wo sie in ihrem Leben konkret von Politik betroffen sind. Allgemeine Inhalte zu vermitteln ist zwar auch gut, hilft aber bei weniger interessierten Leuten oft nicht weiter.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Selbstverständlich. Wenn ein Raucher wegen dem Rauchverbot in einer Kneipe nicht mehr rauchen darf, ist er davon betroffen. Dann spürt er die Politik. Vor allem spürt er dann, dass man gar nicht umhin kommt, sich mit Politik zu beschäftigen.

Selbst an Gymnasien, wo eigentlich eine intensive Auseinandersetzung mit politischen Fragestellungen stattfinden sollte, haben Schüler oft nur wenig politische Bildung. Sehen Sie darin langfristig eine Gefahr für die Demokratie?

Das ist natürlich nicht ganz so einfach zu beantworten. Aber aufpassen müssen wir auf jeden Fall. Vielleicht lässt sich meine Sicht auf folgende Formel verkürzen: Je weniger politische Kenntnisse in einer Gesellschaft vorhanden sind, desto anfälliger ist diese Gesellschaft dann auch, sich in eine Vereinfachung der Dinge zu flüchten. Und das ist dann nicht ganz ungefährlich. Also müssen wir aufpassen.

Mehr Informationen zur Schülerwerkstatt finden Sie auf der Webseite der KAS-Journalistenakademie.