Evolution statt Revolution
Interview zur ukrainischen Präsidentschaftswahl mit Nico Lange
Einen Tag nach den Präsidentschaftswahlen stellt sich die Ukraine laut Nico Lange, Leiter des KAS-Auslandsbüros in Kiew, auf bewegte Wochen ein: „Aus dem bisher recht ruhigen Wahlkampf wird nun ein verbissener Zweikampf zwischen Oppositionsführer Wiktor Janukowytsch und Premierministerin Julija Tymoschenko werden.“ Dabei räumt Lange der Premierministerin, die nach dem ersten Wahlgang um rund 10 Prozent der Stimmen zurückliegt, durchaus noch Chancen ein. „Sie wird mit einer etwas anderen Rhetorik als bisher versuchen, das orangene Lager wieder für sich zu gewinnen, das im ersten Wahlgang eher für andere Kandidaten gestimmt hat“, so Lange.
Den ersten Wahlgang bewertet Lange als Erfolg für das Land: „Der Ukraine ist es erneut gelungen, freie und faire Wahlen abzuhalten, für die ein pluralistischer und offener Wahlkampf stattgefunden hat. Das ist nicht selbstverständlich in der Region.“ Zudem hätten sich die Bürger mit Janukowytsch und Tymoschenko für bewährte politische Kräfte entschieden. Die wenigen Stimmen für Amtsinhaber Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko begründet Lange mit dessen mangelndem Erfolg bei der politischen Umsetzung der Ziele der Orangenen Revolution.
Dennoch sieht Lange diese Revolution nicht an ihrem Ende: „Das Land konnte natürlich nicht über Nacht zu einem modernen europäischen Wohlfahrtsstaat werden. Es handelt es sich eher um einen evolutionären Prozess, in den auch die aktuelle Präsidentschaftswahl einzuordnen ist.“
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Interview mit Nico Lange, Leiter des KAS-Auslandsbüros in Kiew
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