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Christliche Werte in säkularer Politik

Die Politik ist gefordert, angesichts immer komplexerer Sachverhalte und angesichts zunehmender internationaler Verflechtungen Lösungen für die nationale und die internationale Ebene zu finden.

Wegweisend für eine an christlichen Werten orientierte Politik ist das christliche Menschenbild. Es steht für die unantastbare Würde des Menschen. Denn der Mensch ist Geschöpf und Ebenbild Gottes. Das schließt den Schutz von den Anfängen bis zum Lebensende ein.

Dieses Leitmotiv schließt auch einen Aufruf zu politischem und sozialem Handeln ein. Es spiegelt sich in den ethischen Prinzipien Solidarität und Subsidiarität.

Das Verhältnis von Religion und Politik unterliegt einer Spannung. Während Kirchen nach grundlegenden Wahrheiten suchen, müssen Politiker, die aus diesen Grundsätzen resultierenden Ansprüche in konkreten Situationen umsetzen.

1. Menschenwürde und Gemeinwohl

In der Erkenntnis, dass die Stimme der Sozialethik nur gehört wird, wenn sie gemeinsam erklärt wird, hat sich ein Kreis von Vertretern der evangelischen Sozialethik und der katholischen Soziallehre gemeinsam grundlegenden Themen zugewandt.

In der Schrift "Im Zentrum: Menschenwürde" heißt es: "Würde ist Anspruch auf Achtung. ... Jeden Menschen in seinem Menschsein wahrzunehmen und zu respektieren, ist die konkrete Achtung der Menschenwürde, um die es bei der Interpretation und Konkretisierung der Menschenwürde geht." Konkrete Folgerungen beziehen sich auf das Lebensrecht sowohl als Abwehrrecht als auch als Entfaltungsrecht, auf die Selbstbestimmung, Verantwortung, Solidarität und Gerechtigkeit.

Diese Stichworte zeigen, dass wegen der Sozialnatur des Menschen die Ergänzung zur Menschenwürde das Ringen um das Gemeinwohl ist. "Nur was der Achtung der grundgesetzlich verankerten gleichen Würde aller Menschen entspricht, kann auch dem Gemeinwohl entsprechen." In einer pluralen Gesellschaft kann das Gemeinwohl nicht als etwas Statisches gesehen werden, sondern muss von allen Menschen in ihren verschiedenen Lebensbereichen immer wieder neu erarbeitet werden. Nur ein ausgewogenes Zusammenspiel aller gesellschaftlichen Kräfte kann das Gemeinwohl garantieren.

Weiterführende Literaturempfehlungen:

2. Reihe Sozialethik konkret

Der Name der Tagungsreihe „Sozialethik konkret“ ist Programm: Die Tagungen fragen nach dem spezifischen Beitrag der christlichen Sozialethik zu konkreten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Gegenwartsfragen. In jährlich stattfindenden Tagungen werden konkrete gesellschaftspolitische Probleme auf unterschiedliche Gerechtigkeitsvorstellungen hin analysiert. Zur Bearbeitung der jeweiligen Fragestellung werden neben Sozialethikern auch Juristen, Politikwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen sowie Praktiker und Politiker eingeladen.

Die interdisziplinäre Tagungsreihe ist ein Kooperationsprojekt der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus, der Katholischen Akademie Die Wolfsburg und der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Weiterführende Literaturempfehlungen:

3. Orthodoxe und orientalische Kirchen

Das Gespräch mit Orientalischen Christen ist der Stiftung wichtig. Bei diesen ursprünglich aus dem Nahen Osten, in Nordafrika und im östlichen Teil der Türkei beheimateten Kirchen geht es um einen Austausch untereinander sowie ihre Aktivitäten gegenüber und in der Mehrheitsgesellschaft.

Während in der westlichen Christenheit der Auftrag an die Laien zum gesellschaftlichen und politischen Engagement verbreitet ist, liegt der Schwerpunkt der orthodoxen Kirchen eher auf der Liturgie. Daher war es eine Pionierleistung, dass das Moskauer Patriarchat der Russisch Orthodoxen Kirche eine Sozialdoktrin erarbeitet hat, die Orientierungspunkte gibt, wie Weltgestaltung aussehen könnte. Die Konrad-Adenauer-Stiftung konnte mit der deutschen Ausgabe der Sozialdoktrin und gemeinsamen Veranstaltungen mit Vertretern des Moskauer Patriarchats und der Kirche des Westens dazu beitragen, den interreligiösen und interkulturellen sozialethischen Diskurs zu fördern.

Weiterführende Literaturempfehlungen:

4. Kommentare zu kirchlichen Veröffentlichungen

Maßstäbe für ethisches Handeln bieten kirchliche Veröffentlichungen wie Verlautbarungen des Apostolischen Stuhles, der Deutschen Bischofskonferenz sowie Denkschriften der EKD.

Weiterführende Literaturempfehlungen:

Christliche Werte

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Leiterin des Teams Religions-, Integrations- u. Familienpolitik
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