VI. Staat-Kirche-Verhältnis
Angesichts von wachsendem religiösem Pluralismus auf der einen und einer zunehmenden Entkirchlichung vor allem in Ostdeutschland auf der anderen Seite ist das deutsche Staatskirchenrecht in Bewegung geraten. Bisherige Selbstverständlichkeiten der Kooperation von Staat und Kirche scheinen zu erodieren. Kritiker favorisieren ein radikal–laizistisches Trennungsmodell und wollen Religion zur Privatsache erklären. Dem gegenüber wünschen kleinere christliche Gemeinschaften und muslimische Vereinigungen eine Gleichstellung mit den beiden großen Volkskirchen hinsichtlich Förderung und gesellschaftlicher Mitwirkungsrechte.
Grundlegend ist die Auslegung der negativen und positiven Religionsfreiheit. Sie betrifft den Religionsunterricht und theologische Fakultäten, die Feiertagsreglungen, Kirchensteuern, Militärseelsorge, Staatsleistungen und öffentliche Förderung von Kirchen.
Die Diskussionen über die Entwicklung des Staatkirchenrechts mit seinen Auswirkungen in unterschiedlichen Politikfeldern, im Bildungs- und Kulturbereich sowie der Gestaltung des Sozialstaats wird in der Konrad-Adenauer-Stiftung beobachtet. Ein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung über den Religionsunterricht.
Publikationen
- „Der Dritte Weg wird Zukunft haben, wenn wir ihn praktizieren“. Veranstaltungsbericht 2012.
- Waldhoff, Christian: „Was erwartet das Grundgesetzt von den Kirchen? Zur Rolle der Religion in der Gesellschaft unter den Bedingungen der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates.“ In: Hans-Gert Pöttering (Hrsg.) Damit ihr Hoffnung habt. Politik im Zeichen des "C", S. 61-67
- „Debatte ist jetzt schon ein Gewinn“. Diskussion über den Volksentscheid. Veranstaltungsbericht 2009.
- Abmeier, Karlies; Siebert, Anja: „Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion?“ Prominente Argumente für die Wahlfreiheit zwischen Ethik und Religion. 2009.
- Islamischer Religionsunterricht – Ein Beitrag zur Integration. Veranstaltungsbeitrag 2009.
- Vogel, Prof. Bernhard: Über das Verhältnis von Kirchen und Staat nach der Wiedervereinigung. Rede 2008.
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