Lemke, Helmut
Jurist, Bürgermeister, Ministerpräsident, Dr. jur., * 29.09.1907 Kiel, † 15.04.1990, evangelisch
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Lemke gestaltete als „europäischer Regionalpolitiker" über 30 Jahre die schleswig-holsteinische Landespolitik entscheidend mit. In den 1950er Jahren brachte er als Minister eine Reihe wichtiger Reformen auf den Weg, die die Gestalt des neugegründeten Landes wesentlich beeinflussten (z. B. die Umgestaltung des Schulsystems, die Gründung einer medizinischen Hochschule in Lübeck). Als Innenminister und später als Ministerpräsident war ein Hauptanliegen seiner politischen Arbeit die stärkere Zusammenarbeit der europäischen Regionen, vor allem der nordischen Länder. Als sein größtes Verdienst gilt hier die deutsch-dänische Aussöhnung. Sein Engagement bei der Umsetzung des EWG-Vertrages führte dazu, dass Schleswig-Holstein eines der ersten Länder wurde, das konkrete Schritte zur Anpassung an die EWG-Gebote unternahm. Die Infrastruktur des Landes wurde u. a. durch die umfassende Gebietsreform ausgebaut und modernisiert, die Ansiedlung wichtiger Energieversorger und Wirtschaftsbetriebe wurde angeregt und das Land zwischen den Meeren durch umfangreiche Deich- und Sperrwerkbauten gegen Flutkatastrophen gesichert.
Literatur
U. Barschel (Hg.): Helmut Lemke - Reden, Aussprachen, Gedanken 1954–1983 (1987). – Bestand: Landesarchiv Schleswig-Holstein; ACDP.
Christine Dzubiel

