Lemmer, Ernst
Journalist, Bundesminister, * 28.04.1898 Remscheid, † 18.08.1970 Berlin, evangelisch
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1924 wurde der linksliberale Gewerkschafter Lemmer jüngstes Mitglied des Reichstages. Nach 1933 betätigte er sich als Korrespondent ausländischer Zeitungen in Berlin und pflegte Kontakte zum gewerkschaftlichen Widerstand. 1945 gehörte er zum Gründerkreis der CDU in Berlin, wo er nach der Ablösung des 1. und 2. Parteivorsitzenden durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) zum 2. Vorsitzenden gewählt wurde. 1947 wurde er mit Jakob Kaiser von der Besatzungsmacht abgesetzt. Nach dem Umzug in den Westen profilierte er sich in der CDU als Vertreter ostdeutscher sowie Berliner Interessen auf Bundesebene, obwohl er in deutschlandpolitischen Fragen häufig eine Gegenposition zu Konrad Adenauer einnahm. Ihm fehlte allerdings der Rückhalt in der eigenen Partei, wie z. B. seine gescheiterte Kandidatur für das Amt des Bundestagspräsidenten gegen den Fraktionskollegen Eugen Gerstenmaier 1954 zeigte.
Literatur
Manches war doch anders (2. Aufl. 1996); T. Mayer, in: U. Kempf/H.-G. Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949–1998 (2001); M. Hausmann: Vom Weimarer Linksliberalen zum Christdemokraten. Ernst Lemmers politischer Weg bis 1945, in: Friedrich-Naumann-Stiftung (Hg.), Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung (2002). – Bestand: ACDP.
Marion Hausmann

