Marx, Werner

Ministerialbeamter, Bundestagsabgeordneter, Dr. phil., * 15.11.1924 Edenkoben/Pfalz, † 12.07.1985 Bonn, römisch-katholisch

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1942–1945 Kriegsdienst, 1947 Abitur in Speyer, Studium der Philosophie, Geschichte und Geographie in Tübingen und München; 1947 CDU; 1954 Promotion, 1955 Redakteur in Bonn, Geschäftsführer der Studiengesellschaft für Politik und Publizistik, 1958 Angestellter im Bundesverteidigungsministerium, 1959 Referent im Kultusministerium in Mainz, 1960–1965 Führungsstab der Bundeswehr (zuletzt Regierungsdirektor), 1965–1982 MdB (1980-1982 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, 1982–1985 des Auswärtigen Ausschusses), 1969–1980 Vorsitzender der Arbeitskreise für auswärtige, gesamtdeutsche, Verteidigungs-, Europa- und Entwicklungspolitik der CDU/CSU-Fraktion.

Das politische Engagement seines Vaters im Zentrum und die Erfahrung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des totalen Krieges machten Marx zu einem kompromisslosen Gegner totalitärer Systeme. Die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und die Analyse der Politik des Sowjetimperiums wurden für den gläubigen, dem Leben gleichwohl zugewandten Pfälzer zum Kern seiner politischen Arbeit. Zu Anfang der 1970er Jahre war er der Hauptsprecher der Opposition gegen die Ostverträge der Regierung Brandt. In der Viererkommission mit Horst Ehmke, Hans-Dietrich Genscher und Franz Josef Strauß handelte er die gemeinsame Bundestagsentschließung aus, die es der Mehrheit der CDU/CSU-Fraktion erlaubte, 1972 die Verträge mit der Sowjetunion und Polen durch Stimmenthaltung passieren zu lassen. Mit seinem Eintreten für den NATO-Doppelbeschluss verband er die Überzeugung, dass ein friedlicher Ausgleich zwischen West und Ost untrennbar mit der Wiederherstellung der Freiheit in Ost- und Mitteleuropa verknüpft sei. 1977 war er Mitgründer der Deutschen Sektion der Europäischen Konferenz für Menschenrechte und Selbstbestimmung.

Bestand: ACDP.

Hans-Otto Kleinmann