Meyer-Sevenich, Maria (geb. Sevenich)

Ministerin, * 27.04.1907 Köln, † 03.03.1970 Hannover, römisch-katholisch

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1945 Mitgründerin der CDU Darmstadt, 1946 Vorsitzende des Frauenausschusses der CDU Hessen, 1946 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung Hessen, 1948–1970 MdL Niedersachsen (1948/49 fraktionslos, 1949–1970 SPD, 1970 CDU), 1965–1967 Ministerin für Bundesangelegenheiten, Vertriebene und Flüchtlinge in Niedersachsen.

Die gebürtige Kölnerin Meyer-Sevenich gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Im Laufe ihres Lebens wechselte sie mehrmals ihre politische Gesinnung und die Partei. In den 1930er Jahren schwor sie im Exil dem Kommunismus ab und wandte sich dem Christentum zu. Nach 1945 war sie Mittelpunkt des Darmstädter Gründerkreises der CDU. Die praktizierende Katholikin, die einen Sozialismus aus christlicher Verantwortung vertrat, wurde Geschäftsführerin ihrer Partei und verfasste das Programm. Als begnadete Rednerin wurde sie bald weit über die amerikanische Besatzungszone hinaus bekannt. 1946 entzweite sie sich wegen der amerikanischen Entnazifizierungspraxis mit dem Landesvorsitzenden Werner Hilpert und siedelte in die britische Zone über. Nachdem sie knapp ein Jahr die CDU im niedersächsischen Landtag vertreten hatte, trat sie 1948 aus Protest gegen Konrad Adenauers Wirtschaftspolitik in die SPD über. Kurz vor ihrem Tod wechselte sie wegen der Ostpolitik der Regierung Brandt/Scheel zur CDU zurück.

Literatur
I. Langer (Hg.): Alibi-Frauen? Hessische Politikerinnen 1: In den Vorparlamenten 1946–1950 (1994).

Angela Keller-Kühne