Müller-Hermann, Ernst

Journalist, Dr. rer. pol., * 30.09.1915 Königsberg, † 19.07.1994 Wallgau, evangelisch

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1932–1934 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, 1934–1936 kaufmännische Lehre, Speditionskaufmann, 1940–1945 Kriegsdienst, 1945–1947 Dolmetscher, 1947–1955 Landesgeschäftsführer der CDU Bremen, 1949–1953 Redakteur beim „Weser-Kurier“, 1956 Mitgründer und Vorsitzender der JU Bremen, 1946–1952 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, 1950–1952 Fraktionsvorsitzender, 1952–1979 MdB, 1958–1964 und 1977–1984 Mitglied des Europäischen Parlaments, 1967–1974 Landesvorsitzender der CDU Bremen, 1971–1973 Mitglied des CDU-Bundesvorstands, 1971–1984 Präsident des Zentralverbandes des Kfz-Handels bzw. Kfz-Gewerbes.

Von der Bremer Demokratischen Volkspartei kam Müller-Hermann zur CDU, die er mit aufbaute. Als MdB widmete er sich zunächst der Außenpolitik, bis ihn ein vertrauliches Memorandum an Konrad Adenauer, in dem er sich kritisch zur Westbindung äußerte, in Schwierigkeiten brachte. Ab 1954 machte er sich als Verkehrspolitiker einen Namen. 1957–1959 war Müller-Hermann stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Mit seiner Kritik am Verkehrskonzept von Hans-Christoph Seebohm und später am Leber-Plan, die er im Müller-Hermann-Plan zusammenfasste, hat er die Verkehrspolitik der Bundesrepublik maßgeblich beeinflusst. Auch im Europaparlament galt sein Hauptaugenmerk der Verkehrspolitik. In der CDU/CSU-Fraktion, deren stellvertretender Vorsitzender er von 1967–1969 war, galt Müller-Hermann als einer der wichtigsten Wirtschaftspolitiker. Von 1969–1976 hatte er den Vorsitz des Arbeitskreises für Wirtschaft und Ernährung inne. Müller-Hermann betätigte sich vielfältig ehrenamtlich, so als Mitgründer und Vorsitzender der Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen und als Mitglied des Rundfunkrates der Deutschen Welle.

Literatur
C. Blumenberg-Lampe, in: NDB 18 (1997). – Bestand: ACDP.

Christine Blumenberg-Lampe