Nebgen, Elfriede
Lehrerin, Dr. rer. pol., * 11.04.1890 Hildesheim, † 22.10.1983 Berlin, römisch-katholisch
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Tragendes Element ihres politischen Engagements war die Beschäftigung mit der Sozialen Frage und die Suche nach Möglichkeiten eines 3. Weges zwischen Kapitalismus und Marxismus. Ihre Dissertation behandelte das Verhältnis von Katholizismus und Sozialismus. Maßgeblich gestaltete sie den Zentralwohlfahrtsausschuss der christlichen Arbeiterschaft, einen Vorläufer der Christlichen Arbeiterhilfe. Durch ihr Bemühen um die politische Bildung der Arbeiterschaft ergab sich in den 1920er Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Jakob Kaiser. Nach 1933 gehörte Kaiser zum Arbeiterflügel des Goerdeler-Kreises, den Elfriede Nebgen nachhaltig unterstützte. Als unerschrockene Helferin sicherte sie Verbindungen zwischen verschiedenen Widerstandszirkeln. Mit ihrer Hilfe konnte sich Kaiser nach dem 20. Juli 1944 bis zum Kriegsende in einem Keller in Babelsberg versteckt halten. 1952 wurde sie Kaisers Frau mit dem Namen Kaiser-Nebgen.
Literatur
Jakob Kaiser. Der Widerstandskämpfer (2. Aufl. 1970). – D. Schneider (Hg.): Sie waren die ersten (1988); A. Dertinger: Frauen der ersten Stunde (1989).
Ralf Baus

