Heitmann, Steffen
Theologe, Jurist, Minister, * 08.09.1944 Dresden, evangelisch
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Als Justizminister – anfangs der einzige gebürtige ostdeutsche und dazu parteilos – erwarb Heitmann sich unbestrittene Verdienste bei der Erarbeitung der Verfassung des Freistaats Sachsen und beim Aufbau der Justiz nach westlich-rechtsstaatlichem Muster. Er war gegen eine Amnestie von DDR-Unrecht und forderte eine Verschlankung des juristischen Instanzenweges. 1993 war Heitmann für einige Wochen Kandidat der CDU für das Amt des Bundespräsidenten. Nach öffentlicher und parteiinterner Schelte wegen unbedachter Äußerungen vor allem zur Ausländer- und Familienpolitik zog er seine Kandidatur Ende November zurück; vielen Kritikern missfiel seine ausgeprägt konservative Grundhaltung. Im September 2000 trat Heitmann wegen massiver öffentlicher Kritik an seiner Amtsführung – angeblich hatte er das Dienstgeheimnis verletzt und in die Unabhängigkeit der Justiz eingegriffen – zurück.
Literatur
Die Revolution in der Spur des Rechts; Verdienst und Schwäche des Umbruchs in der früheren DDR (1996).
Manfred Agethen

